Kulturgutschutzgesetz Baselitz-Leihgaben werden abgehängt

Maler und Bildhauer Georg Baselitz hat im Zuge des umstrittenen Kulturgutschutzgesetzes seine Leihgaben aus deutschen Museen zurückgefordert. In München, Dresden und Chemnitz wurden die Bilder jetzt abgehängt.
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Das Baselitz-Bild „Blick aus dem Fenster“ wird in den Kunstsammlungen Chemnitz (Sachsen) von der Wand genommen. Quelle: dpa
Baselitz-Leihgaben in Chemnitz abgehängt

Das Baselitz-Bild „Blick aus dem Fenster“ wird in den Kunstsammlungen Chemnitz (Sachsen) von der Wand genommen.

(Foto: dpa)

Berlin, Chemnitz, MünchenMonika Grütters bläst der Wind scharf ins Gesicht. Die erfolgsverwöhnte Kulturstaatsministerin hat mit ihrem Gesetz zum Schutz von Kulturgütern eine ganz Phalanx von Galeristen, Kunsthändlern und Sammlern gegen sich aufgebracht. Sie sehen ihr Recht auf einen freien Handel mit Kunstwerken beschnitten, manche sprechen gar von Enteignung.

Hauptstreitpunkt ist die Vorschrift, „national wertvolles Kulturgut“ unter Schutz zu stellen und damit dessen Abwanderung ins Ausland zu verhindern. Offenbar wolle Grütters dem Staat einen vergünstigten Zugriff auf die für ihn relevanten Kulturgüter verschaffen, heißt es in einem Offenen Brief, den mehr als 250 Kunsthändler und Sammler praktisch zeitgleich mit der Verteidigungsrede der Staatsministerin veröffentlichten. „Deshalb fordern wir: Geben Sie Kunsteigentum und Kunsthandel frei!“

Für den größten Paukenschlag hatte zuvor schon der Maler und Bildhauer Georg Baselitz gesorgt, der aus Protest seine Leihgaben aus deutschen Museen zurückzog. Zu Unrecht, findet Grütters. Denn in die Neufassung des Gesetzentwurfs wurde ein Absatz eingefügt, dass der Schutz nach Kündigung oder Ablauf des Leihvertrags endet. Und dass Leihgeber auf den Schutz ausdrücklich verzichten können. „Das kann Herr Baselitz auch tun.“

In ihrem vom Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler veröffentlichten Brief verweist sie auf eine wichtige Sondersitzung der Unionsfraktion zu Griechenland, aber auch auf den ungewöhnlich scharf formulierten Offenen Brief.

Nach der Lektüre habe sie den Eindruck, es sei besser, sich erst nach dem Beschluss des Gesetzentwurfs im Kabinett auszutauschen, schreibt sie knapp. „Dann werden Sie sehen, dass viele Ihrer Behauptungen und Befürchtungen nicht zutreffen.“

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