Kulturgutschutzgesetz
Der Ausverkauf ist in vollem Gang

Die Zahl identifizierter Werke aus deutschen Privatsammlungen in Londoner Auktionen reißt nicht ab. In der ersten Februarwoche 2016 kamen auch zwei expressionistische Bilder aus der Sammlung Schäfer unter den Hammer. Der Vergleich mit den Ergebnissen eines deutschen Auktionshauses verheißt nichts Gutes. Als Ort für das Sammeln und Handeln hochkarätiger Ware hat Deutschland bald ausgedient.

BerlinDie Abwanderung bedeutender Kunstwerke aus deutschem Privatbesitz nach London ist in vollem Gang. Das drohende Kulturschutzgesetz hat einen wahren Exodus in Gang gesetzt. Unter den wichtigsten Gemälden, die in der ersten Februarwoche 2016 in den Londoner Moderne-Auktionen unter den Hammer kamen, waren sogar zwei expressionistische Bilder aus der Schweinfurter Sammlung Schäfer.

Bei Sotheby's wurde Franz Marcs „Große Landschaft I“ von 1909 mit einem Schätzpreis von 4 bis 6 Millionen Pfund ausgeboten, was für ein Frühwerk und eine noch unausgewogene Komposition zu teuer war. Dafür erzielte Emil Noldes Landschaftsbild „Meer bei Alsen“ aus derselben Sammlung mit 1,28 Millionen Pfund den erwarteten Preis.

Die Mittelware bleibt in Deutschland

Im Oktober 2015 wurden bei Neumeister in München über 100 Gemälde des 18. bis 20. Jahrhunderts aus der Sammlung Schäfer versteigert, deren Höchstpreise mit Ausnahme eines Ausreißers bei 66.000 Euro endeten. Das war schon ein Blick in die Zukunft. Aus großen Sammlungen bleibt künftig nur noch die Mittelware in Deutschland. Aber hochkarätige Werke, die einen Wert von mehr als 300.000 Euro repräsentieren, wandern nach London.

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