Kunst
Der romantische Blick

Noch vor seinem Tod kam Casper David Friedrich aus der Mode und geriet in Vergessenheit. Doch heute ist er wieder in aller Munde. Jetzt ist sein Werk in Essen zu bewundern. Besonderes Highlight: Für die Ausstellung wurden erstmals die berühmten „Kreidefelsen auf Rügen “ausgeliehen.

HB DÜSSELDORF. Die umfangreiche Ausstellung zum Werk des Malers Caspar David Friedrich (1774-1840) zeigt mehr als 70 Gemälde und 120 Arbeiten auf Papier des großen Romantikers. Schirmherrin der Ausstellung ist die Königin Silivia von Schweden, die gleichzeitig die Ausstellung am 2. Mai eröffnet hat.

Die Ausstellung „Die Erfindung der Romantik“ ist thematisch in sieben Kapitel gegliedert. Meisterwerke der Schau wie die „Kreidefelsen auf Rügen“ oder das kulturgeschichtlich bedeutsame Bild „Kreuz im Gebirge“ stammen aus 50 Museen auf der ganzen Welt. Darunter Hauptwerke aus den vier bedeutensten Friedrich-Sammlungen, nämlich Berlin, Dresden, Hamburg und St. Petersburg.

Das wohl bekannteste Werk der Friedrich-Sammlung „Kreidefelsen auf Rügen“ wurde hier erstmals an eine Ausstellung ausgeliehen. Entstanden ist das berühmte Werk während eines Urlaubs mit seiner damals frischvermählten Ehefrau Caroline Bommer im Sommer 1818. Sonst hängt es im Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten in Winterthur.



Der Anspruch der Ausstellung ist es, vor allem die künstlerische Bedeutung des Werkes hervorzuheben, das heißt, die Frage nach der „Erfindung der Romantik“. Denn Caspar David Friedrich war einer der Hauptvertreter der deutschen romantischen Malerei.

Friedrich, der halbe Schwede

Caspar David Friedrich wird im Jahr 1774 im damals noch zu Schweden gehörenden Greifswald geboren, 1815 geht seine Vaterstadt an Preußen. Seine künstlerische Ausbildung erhält Friedrich in Kopenhagen, wo er 1794 - nach vier Jahren - die Elementarklassen der Kunstakademie absolvierte. Seine Lehrer gehören zu den besten dänischen Malern der Zeit. Darunter waren der Landschaftsmaler Christian August Lorentzen, der Portrait- und Landschaftsmaler Jens Juel und der Historienmaler Nicolai Abildgaard.

In seinen Werken beschäftigte sich Friedrich mit den Themen Hoffnung, Einsamkeit, Tod, aber auch mit Deutschland zur Zeit der Befreiungskriege. Dabei greift Friedrich wiederholt auf ähnliche Muster zurück, wie Berg- oder Landschaftsformationen, Stadtpanoramen wie das seiner Heimatstadt Greifswald, Ruinendetails wie der von Eldena oder Wolkenformationen werden variiert verarbeitet.

In sein Werk schwingt unverkennbar die von Umwälzungen und Ungewissheiten geprägte Epoche zwischen Französischer Revolution und Restauration in den Jahren von 1790 bis 1830 hinein, in der sich die Menschen nach Ruhe und Ordnung sehnten.

Noch bis zum 20. August wird Friedrichs Lebenswerk im Museum Folkwang in Essen ausgestellt. Geöffnet ist täglich außer montags von 10 bis 20 Uhr, freitags bis 24 Uhr.

Kunstexperten sind sich einig: Eine vergleichbare Schau wie in Essen wird es wohl so schnell - wenn überhaupt - nicht mehr geben.

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