Kunst
Deutsche Malerin erhält Turner-Preis

Die deutsche Malerin Tomma Abts ist in London mit dem Turner-Preis ausgezeichnet worden. Nicht alle sind mit der Künstlerin, die abstarkte Bilder malt, als Preisträgerin zufrieden. Kritiker ätzen: „Sie hätte einen Preis für nichts sagende Tristheit verdient."

HB LONDON. Er gilt als einer der umstrittensten Kunstpreise der Welt. Abts bekam den mit umgerechnet rund 37 000 Euro dotierten Preis am Montag als erste Malerin verliehen. Die Malerin abstrakter Bilder wurde in Kiel geboren und lebt seit zwölf Jahren in der britischen Hauptstadt.

„Ich danke Ihnen so sehr. Es ist eine Ehre, diesen Preis zu erhalten“, sagte Abts, nachdem sie die Auszeichnung von Yoko Ono überreicht bekam. Viele Kunstkritiker lobten die Arbeiten Abts, so auch die Autorin Meredith Etherington-Smith: „Sie sind so subtil, es ist wirklich, wie das Werk eines alten Meisters zu betrachten.“ Auch Mark Rappolt von der Zeitschrift „ArtReview“ sagte: „Es sind sehr kleine Arbeiten, in denen so viel passiert. Sie lassen so viele Herangehensweisen zu.“

Charles Thomson hingegen, der mit seinem „Stuckist Movement“ jedes Jahr Demonstrationen gegen den Turner-Preis organisiert, zeigte sich auch von der diesjährigen Preisträgerin nicht überzeugt. „Sie hätte einen Preis für nichts sagende Tristheit verdient. Es sieht aus wie das Gekritzel eines manipulierten Computers.“ Als eigentliche Favoritin für den Preis galt Rebecca Warren. Sie war für ihre Sammlung von neon-beleuchteten Kisten mit Flusen und Zweigen nominiert worden.

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