Kunst-Film-Biennale in Köln
Grenzen zwischen Kunst und Film aufheben

Mit internationalen Kurz-, Dokumentar- und Spielfilmen aus den Jahren 2001 bis 2003 will die Kunst-Film-Biennale 2003 in Köln aktuelle Entwicklungen in Kunst und Film widerspiegeln. Die Grenzen zwischen den Genres lösen sich auf“, sagte Heinz Peter Schwerfel, Künstlerischer Leiter der Kunst-Film-Biennale, am Dienstag.

HB KÖLN. „Das Festival mit Filmen von und über Bildende Künstler sei aus einem Pilotprojekt von 2002 hervorgangen und starte am 26. Oktober nun erstmals offiziell mit einem internationalen Programm.

Im Zentrum steht ein internationaler Wettbewerb mit rund 60 Wettbewerbsfilmen von unbekannten und bekannten Künstlern. Zwei der Werke sollen prämiert werden. International renommierte Künstler wie der Brite Isaac Julien, die US-Amerikanerin Sharon Lockhart oder die in New York lebende Iranerin Shirin Neshat zeigen dabei neue Produktionen. Hinzu kommen Filme junger Nachwuchskünstler unter anderem aus Paris, Italien und Deutschland. Ein Schwerpunkt des Filmfestivals ist laut Schwerfel der Blick auf die Kunstszene des westlichen Europas.

Neben den Wettbewerbsfilmen laufen rund 24 Filme außer Konkurrenz. Zu den Höhepunkten zählen den Angaben zufolge eine Retrospektive über den preisgekrönten Künstler Alain Fleischer sowie eine Hommage an den Experimentalkünstler Stan Brakhage. Als Deutschlandpremiere wird am 29. Oktober der Dokumentarfilm über den Universalkünstler Dieter Roth von Edith Jud gezeigt, der im November in die Kinos kommen wird.

Die Kunst-Film-Biennale wolle zeigen, welche Rolle der Film heute in der Bildenden Kunst spiele, sagte Schwerfel. Es gebe eine Rückbesinnung zum Film und eine Tendenz zum Erzählen. „Bildende Künstler zeigen bei ihren Filmen einen neuen Trend zur Narration - sie wollen Geschichten erzählen und nicht mehr nur experimentell sein“, sagte Schwerfel. Die Künstler wollten sich dadurch ein neues Publikum erschließen, sagte Regina Wyroll, Generalsekretärin der Kunststiftung NRW. „Experimentelle Arbeiten wird es aber auch weiterhin geben.“

Neu im Programm der diesjährigen KunstFilmBiennale ist eine Festivalzeitung, die täglich an 80 verschiedenen Orten in Köln verteilt wird. Zudem gibt es einen Festival-Katalog mit Essays von Mitwirkenden. Das Filmfest unter Leitung der SK Stiftung Kultur läuft parallel zum Kunstmarkt Art Cologne und ist auf der Messe ebenfalls mit zeitgenössischen Filmen vertreten.

Die Gewinner des Wettbewerbs werden auf einer Abschlussgala des Festivals am 2. November im Museum Ludwig mit einem 15 000 Euro dotierten Preis der Filmstiftung NRW und einem Sonderpreis des Verbandes des deutschen Filmkritik prämiert. (Internet: http://www.kunstfilmbiennale.de)

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