Kunst-Messe München
Antiquitätenhandel rüstet sich für Herbstmessen

An die Beweglichkeit und Zeit ihres Publikums stellen die Münchener Antiquitätenmessen seit Jahren hohe Ansprüche. In diesem Herbst haben sie es endlich geschafft, ihre Laufzeiten abzustimmen. Ein Blick auf die Vorbereitungen der Kunst-Messe München im Postpalast.
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MünchenEine regelrechte Leistungsschau des deutschen Antiquitätenhandels ist für die letzte Oktoberwoche in München zu erwarten. Möglich macht es die endlich geglückte zeitliche Koordinierung aller drei Messen mit überschneidenden Laufzeiten bis zum 1. November 2015.

Den Auftakt macht am 24. Oktober die beim deutschsprachigen Publikum aus dem Alpenraum beliebte „Kunst und Antiquitäten München“ auf dem Nockherberg, dicht gefolgt von der Kunst-Messe München im Postpalast am 25. Oktober und der „Highlights Internationale Kunstmesse München“, die am 28. Oktober in einem Zelt innerhalb der Residenz für das Publikum öffnet (Zu Programm und Entwicklungen der Highlights siehe Handelsblatt Online).

Den Sechzigsten im Postpalast 

Die Kunst-Messe München, die in diesem Herbst ihren Sechzigsten feiert, will mit 35 Teilnehmern antreten. Derzeit verzeichnet ihre Website noch 32 Aussteller, von denen die meisten bereits in den letzten Jahren am selben Ort anzutreffen waren. So etwa im Eingangsbereich Günter Puhze mit seinem großzügig eingerichteten Antiken-Stand, Eva Toepfer, die Luxemburger Silber-Spezialistin und die Niederländer De Eenhoorn und Jan Roelofs Antiquairs mit ihrem typisch niederländischen Mix aus Antiquitäten und Kunstkammerstücken.

Ein Wiedersehen gibt es auch mit Renate Krümmer, die mit ihrem ausgeprägten Gespür stets für Entdeckungen aus dem Reich der Moderne gut ist. Dasselbe gilt für die Galerie Döbele (Dresden), die wie Krümmer auf das weniger Gängige vor Mitte des 20. Jahrhunderts ihr Auge richtet und es mit ausgewählten zeitgenössischen Positionen mischt.

Eigenwerbung mit Einzelkojen

Friedel Kirsch (Elfriede Langeloh Porcelain), die neben Oberacker mit frühem Porzellan und Meissen antritt, bricht mit einem Hinweis auf die großzügig geschnittenen Stände und die noch auf dem Teppich gebliebenen Standkosten eine Lanze für die Messe im Postpalast. Mit Blick auf die Konkurrenz in der Residenz ergänzt Ulf Härtl, „dass es sich hierbei jeweils um Einzelkojen handelt. Jeder Aussteller hat einen großzügig ausgelegten Stand, den er allein bestückt“, betont das Mitglied des Beirats, dem außerdem noch Kirsch, Eric Meletta und Walter Senger angehören.

Die Kunst-Messe München ist also neben der Highlights-Messe nach wie vor ohne Alternative, auch wenn zentrale Aussteller wie Augustus Rex oder Meletta abhanden kamen. Meletta freilich hat sich in diesem Jahr allerdings lediglich ausgeklinkt, wie er auf Anfrage erklärt. Er wird nur auf der Cologne Fine Art in Köln ausstellen.

Artifizielle Möbelkunst

Den Geschmackswandel hin zum Interior Design in der Verbindung mit einem Epochen und Stile übergreifenden Angebot bedienen das Kunsthaus Wiesinger aus Salzburg und Kunst und Antiquitäten Ehrl aus Greding. Härtl aber bleibt seiner Epoche treu, dem Rokoko mit seinen hochartifiziellen Möbeln, Objekten und Gemälden. Amüsant und lehrreich beschriebene Kostproben davon enthält auch der bereits publizierte Katalog.

„Kunst-Messe München Postpalast“, München, 25. Oktober bis 1. November 2015, täglich v. 11 bis 19 Uhr

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