Kunst-Messe München
Aufmarsch der Antiquitätenhändler

Die Liebhaber der Alten Kunst zieht es derzeit nach München. Ihre erste Station ist die Kunst-Messe im Postpalast. Der Bericht von der kleinen, aber feinen Messe zeigt, welche Schätzchen die 43 Teilnehmer zu bieten haben.
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MÜNCHEN. München erlebt einen heißen Messeherbst. Den Auftakt machte Anfang Oktober die kleine neu gegründete Messe für Gegenwartskunst, „Munich Contempo“, im bahnhofsnahen Postpalast.

Am Freitag folgt am selben Ort die Eröffnung der „55. Kunst-Messe München“. Auch sie tritt als Neugründung an, jedoch unter dem durch den Deutschen Kunsthandelsverband verliehenen traditionsreichen Titel „Kunst-Messe München“.

2008 war die Antiquitätenmesse nach dem Untergang ihres viel größeren, aber geschwächten Vorgängers als „Fine Art & Antiques“ an den Start gegangen, damals noch im Haus der Kunst, in dem sich nun allerdings Konrad Bernheimer mit seiner jungen „Highlights. Internationale Kunstmesse München“ einquartiert hat. Der gerichtlich ausgetragene Streit um diesen bevorzugten Veranstaltungsplatz ist noch immer nicht beendet.

Unabhängig vom Standort – beide Messen wollen wieder höchstes Niveau für den Antiquitätenhandel in Deutschland etablieren: die Postpalast-Messe nun mit 43 Teilnehmern, von denen sechs aus dem europäischen Ausland anreisten. Aufwendig inszenierte Stände findet der Besucher unter der lichten Rotunde des denkmalgeschützten Baus. Zu entdecken gibt es Objekte von internationalem Rang, aber auch qualitätvolle Werke für den jungen Sammler, von der antiken Plastik über Porzellanraritäten bis zu marktfrischen Gemälden Alter und neuer Meister.

Drei Abgänge, die zur Highlights-Messe wechselten, sind zu beklagen: Mühlbauer, Bausback und Dobler. Unter den Neuzugängen ist Kovacek aus Wien, der eine farbenprächtige Gallévase mit Mohnblume in Marqueterie-Technik (75 000 Euro) zeigt. Viebahn Kunsthandel aus Worpswede, der dem Postpalast ursprünglich skeptisch gegenüberstand, bereichert das Angebot mit einem eleganten Tischchen aus der Manufaktur Johann Michael van Selow aus Braunschweig (um 1760). Der Clou ist ein farbenfrohes Papageienmosaik aus Glasperlen, an dem der Genuss von exotischen Getränken – Tee, Kaffee und Schokolade – zelebriert wurde (49 000 Euro).

Bei Neuzugang Brenske, dem Münchener Ikonenspezialisten, gibt es einen überwältigenden Hingucker: eine großformatige Gottesmutter Sedmierzernaja aus Nordrussland um 1700, die durch ihr Gesicht im italienischen Stil verzaubert (100 000 Euro).

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