Kunst & Antiquitäten
Ein Ziegenbock genießt die Aussicht

Möbel, Silber und Gemälde sind die Zugpferde der „Kunst & Antiquitäten München“. Die überschaubare Messe im Paulaner am Nockherberg zieht aber auch Liebhaber entlegener Sammelgebiete an. Ein besonderer Akzent liegt auf bayerischen und Münchner Antiquitäten. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf historischen Gartenmöbeln und –skulpturen.
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Düsseldorf.Seit 40 Jahren empfiehlt sich die Kunst & Antiquitäten München als Regionalmesse mit besonderem Akzent auf bayerischen und Münchner Antiquitäten. In diesem Frühjahr stehen dafür ein Bronze-Modell der Ludwigskirche als Uhr und ein Paradeporträt Max III. Joseph. Gemalt wurde es um 1770 von dem Münchner Hofkünstler George Desmarée. Das mit zahlreichen Herrscherinsignien ausgestattete Porträt des bayerischen Kurfürsten ist für 14.500 Euro auf dem Stand von ARTemotion zu finden; die Uhr aus feuervergoldeter Bronze hat Heinz Grundner für 3.500 Euro im Angebot.

Attraktiv auch für Schmetterlingssammler

Insgesamt über 60 Aussteller, schwerpunktmäßig aus dem Raum München und Bayern, sind vom 21. bis 29. April im Paulaner am Nockherberg mit einem Angebot vor Ort. Es deckt die ganze Bandbreite des klassischen Antiquitätenhandels ab. Die Messe zieht aber auch Liebhaber aus besonderen Sammelgebieten. So gibt es etwa einen Stand mit gläsernen Briefbeschwerern (Farfalla Paperweights), es gibt den Ikonen- und Teppichhandel oder eine Werkstatt für Schmuck mit Originalteilen aus der Antike. Sogar eine Schmetterlingssammlung wartet auf einen Liebhaber (Kunsthandel Martini).

Begehrte Jugendstilkeramik

Auf internationales Sammlerinteresse hofft eine silberne Kaffeekanne mit Stövchen aus der Goldschmiede Garrard, die für den Hof von Queen Victoria tätig war. 4.900 Euro erwartet Nikolaus Fink für das Stück, das 1880 für den Duke of Portland angefertigt wurde. Der französische Jugendstil-Entwerfer Louis Majorelle fertigte den extravaganten, multifunktionalen Schreibschrank aus der Offerte von Brigantine 1900. Kostenpunkt: 14.000 Euro. Brigantine hat auch eine der auf Auktionen stets sehr begehrten Keramik-Putten des Jugendstilkünstlers Michael Powolny. Die weiß glasierte, um 1913 entstandene Figur der Vereinigte Wiener und Gmundener Keramik-Werkstätten schleppt sich mit einer bunten Girlande aus Früchten und Blumen ab. Sie hat eine Höhe von 80 cm und ist mit 15.500 Euro ausgepreist.

Möbel aus Eisenguss

Teurer wird es, wer sich für den zimmerhohen, barocken Tabernakelschreibschrank mit Nussbaumfurnier und aufwendiger Würfel-Marketerie entscheidet. Kunsthandel Martini bietet ihn für 68.000 Euro an. Das Konsolenpaar aus dem Biedermeier (um 1815) bei Schlapka stammt aus fürstlichem Besitz und soll 18.500 Euro kosten. Zeitlich nicht weit davon entfernt ist ein Reiterstandbild Friedrich des Großen aus Eisenkunstguss. Das Modell von Theodor Kalide stammt aus der einer der Königlich preußischen Eisengießereien und findet sich bei Klaus Spindler für 19.500 Euro. Karl Friedrich Schinkels um 1830 entworfene Eisenguss-Gartenbank gilt als einer der frühesten Designklassiker. Weitere gartentaugliche Eisenguss-Möbel hat die Münchner Händlerin Christina Haubs. Bei Brigitte Martini finden sich allegorische Stein-Figuren des 19. Jahrhunderts.

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