Kunst & Antiquitäten
Traditionsreiche Antiquitätenmesse speckt ab

Münchens "Kunst & Antiquitäten"-Messe auf dem Nockherberg hat ihre Frühjahrsausgabe abgesagt. Damit findet die traditionsreiche Regionalveranstaltung erstmals seit über 45 Jahren nur im Herbst statt.
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MünchenMünchens Antiquitätenmesse auf dem Nockherberg gibt es seit mehr als 45 Jahren, und das für gewöhnlich zwei Mal im Jahr. In diesem Jahr wird jedoch die Frühjahrsausgabe dieser vor allem beim Publikum aus dem deutschsprachigen Alpenraum beliebten Regionalmesse gestrichen. Ursache soll laut Pressemitteilung „die partiell terminliche Überschneidung mit der ähnlich ausgerichteten „Wiener Internationale Kunst & Antiquitäten Messe“ (WIKAM) im Wiener Künstlerhaus (18. bis 26. April 2015) sein. „Zahlreiche Kunst- und Antiquitätenhändler gehören zu den Stammausstellern beider Messen“, erklärt Messeleiter Andreas Ramer.

Tatsächlich war schon eine Kurzmesse geplant und angekündigt worden, um wenigstens zwei Tage Luft zwischen den Messen zu bekommen. Dennoch meldeten sich offenbar nicht genügend Teilnehmer an, um eine Finanzierung sicher zu stellen.

Ein voller Messekalender hatte die Frühjahrsausgabe der „Kunst & Antiquitäten“ schon im letzten Jahr in Bedrängnis gebracht. Ein Ausweichversuch (Handelsblatt online v. 4.1.2013) in den Februar scheiterte jedoch. Ähnlich gelagerte Messeangebote im Februar wie die Kunst & Antiquitätentage in Münster (in diesem Jahr vom 18. bis 22. Februar) oder die „Art & Antik International“, Frankfurt (13. bis 16. Februar 2015) machten seinerzeit einen Strich durch die Rechnung.

Geschmackswandel mit Folgen

Die Terminprobleme der Kunst & Antiquitäten auf dem Nockherberg spiegeln aber auch die schwierige Marktlage. Man möchte sich gar nicht erst vorstellen, wie viel sich die Aussteller ihre Teilnahme an den diversen Regionalmessen kosten lassen, zumal einige von ihnen auch auf den einschlägigen Antiquitätenmessen ausstellen. Stehen die Kosten in einem vertretbaren Verhältnis zu den Umsätzen? Wie belastbar ist das Budget des durchschnittlichen deutschen Kunstliebhabers?

Außerdem bekommen die Antiquitätenhändler den inzwischen dramatisch spürbaren Geschmackswandel hin zur Klassischen Moderne und zur zeitgenössischen Kunst zu spüren. Wie viele Kunstliebhaber sind es noch, die Geld für Silber und Porzellan, Biedermeiermöbel und Alte Meister für überschaubare Budgets locker machen? Selbst auf die Volkskunst reagiert das Käuferpublikum äußerst wählerisch. Einzig ausgefallene Jugendstil-Objekte gehen nach Beobachtungen von Marktkennern noch, wenn sie sehr progressiv wirken.

„92. Kunst & Antiquitäten München“, 31. Oktober bis 8. November 2015, Festsaal des Paulaner am Nockherberg, München

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