Kunstaktion im New Yorker Central Park
Für Christos goldene „Tore“ fällt der Vorhang

Rund zwei Millionen Menschen haben im New Yorker Central Park die Kunstaktion „The Gates“ von Christo und Jeanne-Claude gesehen. Nun werden die Tore wieder abgebaut.

HB NEW YORK. Schöner hätten sich Christo und Jeanne-Claude den Ausklang ihrer spektakulären Kunstaktion „Die Tore“ nicht wünschen können. Ein tiefblauer Himmel und der Schnee in New Yorks Central Park boten am Sonntag einen malerischen Kontrast zu deren safrangelbem Stoffmeer. Sonntag war der letzte von 16 Tagen, an denen Besucher unter den 7500 goldenen „Gates“ spazieren konnten. Die Installation über 37 Kilometer Parkwege soll nach dem Willen des Künstlerpaares schon am Montag wieder abgebaut werden.

Für Christo und Jeanne-Claude muss Kunst „ebenso vergänglich wie das Leben“ sein, um als kostbar zu gelten. Im Vergleich zu der noch knapper bemessenen Dauer bisheriger Großprojekte in Deutschland, Australien oder auch Japan hatten sie ihrer Wahlheimat New York zwei zusätzliche Tage gegönnt. Während die Besucherzahlen eindeutig für den Erfolg der Installation sprechen, ging das Urteil über deren Sinn und Schönheit weit auseinander. „Schon beim ersten Blick wird klar, dass „Die Tore' ein reines Vergnügen sind, ein überwältigender Ausdruck guten Willens und schlichter Eloquenz, die erste große Kunstaktion des 21. Jahrhunderts“, begeisterte sich die „New York Times“.

Andere Kritiker vermissten das künstlerische Element der fünf Meter hohen Tore, an denen die Nylonstoffbahnen laut Christo „wie Duschvorhänge“ herabhingen. Ein Leser der „New York Post“ beschwerte sich über die „Geldverschwendung“. Zu Unrecht. Die beiden 69 Jahre alten Künstler, die unter anderem mit der Verhüllung des Reichstags in Berlin Weltruhm erlangten, hatten die „Gates“ aus der eigenen Tasche finanziert und hoffen, die Ausgaben durch den Verkauf ihrer Skizzen wieder gutzumachen.

Für Bürgermeister Michael Bloomberg war das Monumentalwerk, um dessen Realisierung Christo 26 Jahre gekämpft hatte, ein „Geschenk“ für die Stadt. Der Besuch von hunderttausenden Kunstfreunden und Neugierigen aus aller Welt dürfte New York bis zu 80 Millionen Dollar (61,5 Millionen Euro) beschert haben.

Souvenirjäger, die gern einen Teil der Pracht mit nach Hause nehmen würden, haben nach Worten von New Yorks Polizeikommissar Ramond Kelly „keine Chance“. Kelly hat Hunderte zusätzlicher Polizisten in den Park beordert, um den Abriss zu überwachen. Diese Aktion dürfte etwa zwei Wochen dauern und wird außer von den Ordnungshütern mit Kameras von umliegenden Hochhäusern verfolgt.

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