Kultur + Kunstmarkt
Kunstfest Weimar startet mit Konzert zum Gedenken an KZ-Opfer

Das Kunstfest Weimar 2004 beginnt an diesem Freitag mit dem Konzert „Gedächtnis Buchenwald“ zum Gedenken an die Opfer des NS-Konzentrationslagers. Die neue Kunstfest-Intendantin Nike Wagner sagte, es solle eine Art Ritual im alljährlichen Festival werden.

dpa WEIMAR. Das Kunstfest Weimar 2004 beginnt an diesem Freitag mit dem Konzert „Gedächtnis Buchenwald“ zum Gedenken an die Opfer des NS-Konzentrationslagers. Die neue Kunstfest-Intendantin Nike Wagner sagte, es solle eine Art Ritual im alljährlichen Festival werden.

Das Kunstfest wagt 2004 unter ihrer Leitung und dem Namen „pèlerinages“ (Wanderschaften) einen Neubeginn. Bis zum 19. September stehen 59 Veranstaltungen und vier Ausstellungen auf dem Programm. Der Etat beträgt zwei Mill. €. Davon geben der Bund, das Land Thüringen und die Stadt Weimar 1,3 Mill. €, 550 000 € stammen von Sponsoren.

Wagner will sich mit dem Schwerpunkt Musik für das vierwöchige Fest von ihren Vorgängern absetzen und an das Wirken ihres Ururgroßvaters Franz Liszt in Weimar anknüpfen. Liszt habe stets versucht, Traditionen in die Gegenwart zu ziehen und war offen für alle Künste, sagte die Kulturwissenschaftlerin und Urenkelin von Richard Wagner. Sein Engagement für die Jugend widerspiegele sich 2004 unter anderem in Gastspielen der Jungen Philharmonie Russland und Konzerten der Jungen Philharmonie Thüringen.

Kunst der Weimarer Republik aus dem Bestand der Staatlichen Nationalgalerie Berlin ist von Samstag an im Neuen Museum zu bewundern. Die Sonderschau präsentiert bis zum 24. Oktober Gemälde, Grafiken, Fotografien und Plakatkunst der 20er und 30er Jahre von Max Beckmann, Lyonel Feininger, Otto Dix bis zu Wassily Kandinsky.

Zum Festival gehören ein Liszt-Multimedia-Abend mit Musik, Literatur und Projektion sowie eine Liszt-Nacht. Der ungarische Pianist András Schiff gibt zwei Wochen lang verschiedene Konzerte in der Klassikerstadt. Der Schauspieler Josef Bierbichler und das Ensemble Modern bieten Heiner Goebbels' „Eislermaterial“ über den Komponisten Hanns Eisler. „The Bach Ensemble“ unter Leitung von Joshua Rifkin spielt Kantanten von Johann Sebastian Bach aus seiner Weimarer Zeit.

Als Auftragswerk des Kunstfestes wird am 9. September das Schauspiel „Johnny Jihad“ von Marc Pommerening in Regie von Christian von Treskow uraufgeführt. Es thematisiert die Geschichte des Amerikaners und Taliban-Kämpfers John Walker Lindh, der von der US- Armee festgenommen wurde und 20 Jahre Haft wegen Hochverrates verbüßt.

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