Kunstfund in München
Provenienzforscher fordert Einsatz einer Taskforce

Willi Korte ist selbstständiger Provenienzforscher und kritisiert die Aufklärungsarbeit zum Kunstfund in München. Alleine steht er mit dieser Meinung nicht. Nun fordert Korte die rasche Einsetzung einer Taskforce.
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BerlinDer selbstständige Provenienzforscher Willi Korte hat die Aufklärungsarbeit zum spektakulären Münchner Kunstfund scharf kritisiert. „Ich habe nicht den Eindruck, dass der zeitgeschichtliche Hintergrund bisher beachtet wurde“, sagte Korte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). Er forderte die rasche Einsetzung einer Taskforce, um die unterschiedlichen Aspekte des riesigen Kunstschatzes erforschen zu können.

Als Beispiel verwies er auf ein Selbstporträt von Otto Dix aus dem Jahr 1919, das bei der Präsentation der Augsburger Staatsanwaltschaft am Dienstag als sensationelle Neuentdeckung gefeiert wurde. Dieses Bild stehe nicht nur auf einer Liste, mit der Kunsthändler Hildebrand Gurlitt 1950 den Empfang von mehr als 100 Kunstwerken durch die Amerikaner quittierte, sagte Korte.

Im Nationalarchiv Washington gebe es zudem eine „Property Card“, die das Bild mit genauer Größenangabe, Beschreibung und Künstlernamen als Eigentum Gurlitts ausweise. Zu jedem Werk der Gurlitt-Liste müsse es eine solche Karte geben, die Nachforschungen zu den Details und der Herkunft der Bilder eröffne, so Korte, der in den früheren 90er Jahren den Quedlinburger Domschatz in Texas aufgespürt hatte.

In der Münchner Wohnung von Gurlitts Sohn Cornelius hatten Ermittler rund 1400 Bilder beschlagnahmt. Viele gehören zu der von den Nazis als „entartet“ verfemten Kunst, andere wurden verfolgten Juden geraubt. Die Weigerung der zuständigen Augsburger Staatsanwaltschaft, eine Liste der Bilder ins Internet zu stellen, war international auf Kritik gestoßen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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