Kunstgewerbemuseum Berlin
Von der Krinoline bis zum Brautkleid

Das umgebaute Kunstgewerbemuseum rückt seine Schätze durch eine zeitgemäße Präsentation ins Licht. Mit Mode und Design soll neues Publikum angesprochen werden.
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BerlinAls das Berliner Kunstgewerbemuseum 1985 am Kulturforum eröffnet wurde, erntete der schon damals veraltete Gutbrod-Bau viel Kritik. Mit Recht, denn nicht nur seine ungastliche Außenfront, auch die mit unkaschiertem Sichtbeton aufwartende Innenarchitektur war nicht gerade eine ideale Hülle für eine Weltsammlung, der die triste Entourage viel von ihrem Glanz raubte. Das Museum litt nicht zuletzt wegen seiner brutalen Anmutung an Besuchermangel. Nun wird sich alles ändern.

Faltbeton in zartem Grau

Das Berliner Architekturbüro Kühn Malvezzi hat in enger dreijähriger Zusammenarbeit mit der Direktorin Sabine Thümmler das Innenleben des nüchternen Zweckbaus nach neuen musealen Standards gegliedert. Der Umbau kostete 4,45 Millionen Euro. Die Außenfassaden konnte man nicht ändern, auch nicht die niedrige Deckenhöhe. Aber der die Stimmung tötende Faltbeton wurde in zartem Grau übertüncht. Wandvitrinen lenken den Blick jetzt auf die Exponate statt auf die rohe Innenfläche. Kabinette laden zum intensiven Schauen ein. Es gibt keine Objekt-Anhäufungen, keine separierenden didaktischen Galerien mehr. Die Schaustücke erklären sich selbst in aufgelockerten Paraden.

Die Abteilungen Mittelalter und Renaissance öffnen sich im Erdgeschoss. Nie waren die Zimelien des Welfenschatzes besser ausgestellt. Um das zentral präsentierte Kuppelreliquiar gruppieren sich in einer Vielzahl von Vitrinen die kostbaren Kirchenschätze. Das Email-Medaillon mit der Personifikation einer „Operatio“ (versinnbildlicht die Wirkkraft von Heiligem Geist und menschlicher Seele ) aus der Sammlung Robert Hirsch glänzt in einer eigenen Vitrine. 1,2 Millionen Pfund mussten die Staatlichen Museen dafür im Sommer 1978 im Rahmen der Versteigerung der Kollektion Hirsch berappen.

Alles Originale - keine Remakes

Die exzeptionellen Aquamanile (Gießgefäße), die Emailarbeiten aus Limoges, die Majoliken von Valencia bis Urbino sind in stattlicher Reihung ausgebreitet. In einer abgedunkelten Vitrine entfalten osmanische Textilien ihre samtene Pracht. In üppiger Vielzahl sind die Silberpokale ausgestellt. Das 1874 für die damals unerhörte Summe von 666.000 Mark angekaufte Lüneburger Ratssilber strahlt in locker platzierten Schaukästen.

Schon im Treppenhaus kann der Besucher dank einem großzügigen Leitsystem entscheiden, wo er den Rundgang beginnt. Im Basement finden sich die Meisterstücke des Designs beginnend mit Schinkel und über Bauhaus-Klassiker und Memphis zu den zeitgenössischen Designern Ettore Sotsass, Phil Starck und Konstantin Grcic: alles Originale, keine Remakes. Eine Stuhlgalerie knüpft an bewährte Präsentationsmuster an.

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Von der Krinoline bis zum Brautkleid

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Büstenhalter in der Vitrine

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