Kunsthandel
Der Meister als Marketing-Instrument

Echte "Rembrandts" sind rar und beliebt. Das macht sie teuer - egal ob für Liebhaber oder Menschen, die ihr Geld gut anlegen wollen. Denn inzwischen muß niemand mehr fürchten, einer Fälschung aufzusitzen. Die Kunsthändler freuen sich auch, wenn ein Werk des Meisters über ihren Ladentisch geht.

HB MAASTRICHT/DÜSSELDORF. Das rare Angebot und die Magie des Namens machen den Niederländer zu einem vortrefflichen Marketing-Instrument des hochkarätigen Kunsthandels: Kein Feuilleton der Welt unterschlägt, wenn irgendwo auf dem Globus ein Werk Rembrandts angeboten wird.

Auch, wenn nur wenige Museen und noch weniger Privatkäufer in Frage kommen, ist die Aufmerksamkeit der Medien groß: Dies zeigte sich zuletzt im Frühjahr auf dem Europäischen Kunstmarkt (TEFAF) in Maastricht, wo ein - bis heute nicht verkaufter - Apostel Jakobus (1661) für 35 Millionen Euro und gleichzeitig ein „Bärtiger Mann in rotem Wams“ (1633) für 27 Millionen Euro angeboten wurden. Die Angst, bei diesem tiefen Griff in die Tasche einer Fälschung aufzusitzen, ist heute dank modernster naturwissenschaftlicher und stilkritischer Untersuchungen unbegründet: Das Amsterdamer „Rembrandt Research Project“, ohne dessen Expertise keines der Meisterwerke auskommt, „ist so etwas wie das Gewissen des Malers“, erklärt der weltweit wohl bedeutendste Rembrandt-Händler, der Maastrichter Galerist Rob Noortman.

Noortman selbst hat unlängst Rembrandts „Selbstporträt mit Hut“ von 1632 für gut zehn Millionen US-Dollar verkauft - eines von sechs Gemälden, die durch seine Hände gegangen sind. Wegen ihrer Häufigkeit sind Porträts des Niederländers noch vergleichsweise „preiswert“: Für die 3,5 Millionen Euro, die im vergangenen Januar die „Frau mit weißer Haube“ (1640) erbrachte, wäre wohl kaum ein Spitzenstück der Klassischen Moderne oder eines gefeierten Gegenwartskünstlers zu bekommen.

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