Kunsthandel le Claire: Immer auf der Jagd nach dem Besten

Kunsthandel le Claire
Immer auf der Jagd nach dem Besten

Zeichnungen alter und moderner Meister faszinieren den Kunsthändler Thomas le Claire. Vor einiger Zeit hat er sich dem frühen 20. Jahrhundert geöffnet. Hier sind immer noch wahre Schätze zu heben. Ein Porträt.
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HamburgThomas le Claires feine Beobachtungsgabe, sein großes Wissen und seine reflektierte Leidenschaft lassen sein Gegenüber stets am "Abenteuer Zeichnung" teilhaben. Der international renommierte Händler von Altmeisterzeichnungen versteht es, seine Begeisterung für Zeichnungen auf Gesprächspartner überspringen zu lassen.

Auch in den seit 30 Jahren regelmäßig publizierten Katalogen der Kunsthandlung sind die Beschreibungen und Zuordnungen präzise und kenntnisreich. In vielen Texten ist zu spüren, mit welcher Intensität und Freude hier gearbeitet, nach Qualität gejagt wird.

Und ab und zu gelingen auch Entdeckungen. Der verschollen geglaubte Karton der "Germania und Italia" des Nazareners Friedrich Overbeck, den die Graphische Sammlung München von ihm erwarb, ist dafür ein schönes Beispiel.

Doch auch le Claire sieht, dass es immer schwieriger wird, herausragende Altmeister-Arbeiten auf Papier anzubieten. Der internationale Markt ist übersichtlich geworden bis ausgedünnt, gute Arbeiten zu finden, wird immer aufwendiger. Und die Auktionshäuser sind eine ernste Konkurrenz, seitdem das Internet die Öffentlichkeit weltweit an deren Angeboten teilhaben lässt.

Deswegen hat sich Thomas le Claire vor einiger Zeit schon dem frühen 20. Jahrhundert geöffnet. Hier sind immer noch wahre Schätze zu heben.

Der 34 Positionen umfassende aktuelle Katalog bietet Arbeiten von Degas, Vuillard, Hodler, Cuno Amiet und Klimt bis hin zu Wilhelm Lehmbruck an. Besonders beeindruckend ist die 1924 entstandene meisterliche Pastellzeichnung "Der Birkenweg im Garten des Künstlers in Wannsee" von Max Liebermann für 90 000 Euro, die aus Schweizer Privatbesitz stammt. Und auch mit Ernst Ludwig Kirchners "Selbstbildnis, zeichnend" von 1906 für 125 000 Euro, in dem Kirchner mit starkem Strich sein Psychogramm auf das Papier drückt, ist das Angebot definitiv im kunsthistorisch abgesicherten frühen 20. Jahrhundert angekommen.

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Jährliche Ausstellungen in New York

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