Kunsthandel
Was sind die Sorgfaltspflichten?

Fälschungsskandale untergraben das Vertrauen in den Kunsthandel. Ein Kongress des Deutschen Kunsthandelsverbandes befasst sich jetzt mit den zentralen Grundlagen des Geschäfts.
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Düsseldorf Fälschungsskandale wie der noch immer nicht restlos aufgeklärte Fall um die erfundene Sammlung Jägers haben den Kunsthandel ins Zwielicht gebracht und eine Menge Fragen aufgeworfen. Jetzt lädt der Deutsche Kunsthandelsverband e.V. (DK) nach Berlin zu einem Kongress, der sich mit dem Vertrauen befasst und damit mit der Basis einer jeden Geschäftsbeziehung.

Gefragt wird im weitesten Sinne nach der Verantwortung der Marktbeteiligten. Sechs Referenten hat der Verband auf die Tagesordnung für den 10. Mai gesetzt. Es beginnt am frühen Vormittag der Publizist und Historiker Michael Stürmer mit einem Referat „Über den Umgang mit der Kunst“. Die Berliner Rechtsanwältin Friederike Gräfin von Brühl wird sich anschließend mit den juristischen Sorgfaltsstandards der Kunsthändler befassen. Auch Raubkunst und Kulturgüterschutz stehen auf dem Programm. Michael Franz, Leiter der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg,beleuchtet, wie es hier um Transparenz und Sorgfaltspflichten bestellt ist.

Reputation ist das Kapital des Kunsthandels 

Das Nachmittagsprogramm eröffnet der Kunsthistoriker und Kunstsachverständige Claus Grimm mit einem Vortrag über Methoden der Echtheitsprüfung von Gemälden. Markus Eisenbeis, Inhaber des Kölner Auktionshauses Van Ham, erinnert an die „Reputation als Kapital des Kunsthandels“. Mit einem bislang unterbelichteten Aspekt will sich der Galerist Klaus Gerrit Friese, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Galerien und Editionen, in seinem Referat „Zur praktischen Intelligenz der Kunstvermittlung“ beschäftigen. Vor dem Hintergrund der Diskussion um das Expertenwesen fragt er, welche Rolle Wissen und Kompetenz der Händler und Galeristen spielen, wenn es um Fragen der Echtheit geht.

Die Veranstalter wollen, dass am Ende nicht nur die Beteiligten mit praktischen Handlungsanweisungen für den Vertrauensschutz im Kunsthandel nach Hause gehen. Auch die Öffentlichkeit soll davon in Kenntnis gesetzt werden, wie dieses grundlegende Element beim Absatz und Erwerb von Kunst gestärkt werden kann.

Der Kongress beginnt Montag, den 9. Mai um 19:30 Uhr mit einem Dinner im Tagungshotel Dorint Hotel Convention Center (ehem. InterContinental Berlin). Das Tagungsprogramm für den 10. Mai beginnt um 9:30 Uhr und endet gegen 16:30 Uhr.

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