Kunstherbst München: Gemeinsam können sie stark sein

Kunstherbst München
Gemeinsam können sie stark sein

Hinter den Kulissen der drei Münchner Antiquitätenmessen herrscht wenige Monate vor der Eröffnung leise Fluktuation und Aufbruchsstimmung. Über die parallelen Laufzeiten hinaus denken die Organisatoren über ein Bündel gemeinsamer Werbemaßnahmen nach. Davon kann München nur profitieren. Immerhin gilt die Isar-Metropole neben Bamberg als der bedeutendste Standort für den deutschen Antiquitätenhandel.
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DüsseldorfMit dem Bamberger Antiquitätenhändler Christian Eduard Franke erhält Münchens Highlights – Internationale Kunstmesse einen prominenten Neuzugang. Im Gegenzug verliert die Kunst-Messe München im Postpalast nicht nur einen ihrer profilierten Aussteller, sondern auch ein Mitglied im Beirat. „Da ist eine andere Handschrift und eine irre Ausstrahlung, die auch zu meinen Sachen passt“, begründet Franke seinen Wechsel zu den Highlights, den er auch in Zusammenhang mit den gewachsenen Marktchancen für exzeptionelle Antiquitäten sieht.

Die Bamberger Kollegen, mit denen Franke den vor vier Jahren unter dem Namen „Fine Art & Antiques München“ angetretenen Nachfolger der einst in München-Riem beheimateten Kunst-Messe initiierte, demonstrieren unterdessen Gelassenheit. Walter Senger und Ulf D. Härtl verweisen auf eine Vielzahl von Neuzugängen bei den Anmeldungen und arbeiten mit an Ideen für mehr Gemeinsamkeit im Auftritt aller Messen, einschließlich der Kunst & Antiquitäten München am Nockherberg. Das ist ein Novum und ein klares Signal für den noch immer von unterschwelligen Animositäten beeinträchtigten Messe-Standort München.

Was München gut zu Gesicht stehen würde

Das Bündel an Maßnahmen, über das sich die Beiräte der Messen im Postpalast, im Haus der Kunst und am Nockherberg zurzeit Gedanken machen, soll deutlich über die parallelen Laufzeiten ab 18. bis 28. Oktober hinausgehen. Angedacht sind gemeinsame Werbemaßnahmen im Internet, auf Plakaten, in Radio und Sonderveröffentlichungen, eine gemeinsame Eintrittskarte und ein Shuttle-Service. Nach Angaben von Andreas Ramer, Organisator der Nockherbergs-Messe, wird darüber hinaus die Idee einer gemeinsamen Pressekonferenz verfolgt. Dies alles stünde München, das sich neben Bamberg als eine Hochburg des deutschen Antiquitätenhandels empfiehlt, gut zu Gesicht, ebenso wie ein wenig mehr Aufmerksamkeit durch die Stadt.

So könnte sich am Ende doch noch die von allen gewünschte, eine große Kunstmesse abzeichnen, auch wenn ihre Teile mit jeweils eigenem Profil und Schwerpunkten an drei verschiedenen Orten stattfinden: die auch mit exotischen Sammelgebieten und speziell bayerischem Antiquitätenschwerpunkt auftretende Nockherbergs-Messe mit 65 Teilnehmern, die Postpalast-Messe mit rund 58 und die Highlights mit rund 50 Ausstellern. Macht zusammen über 170 Händler.

Interessante Neuzugänge

Unter den Neuzugängen an der Messe im Postpalast finden sich das Kunsthaus Bühler aus Stuttgart, Dr. Schmitz-Avila, Bad Breisig und Bamberg, und der mit einiger Ambition von Dresden aus operierende Kunsthandel Augustus Rex. Zum ersten Mal dabei sein werden auch die Gildens Art Gallery, die in London mit Klassischer Moderne handelt, Koos Limburg Jnr. aus Schottland, Herwig Simons aus Antwerpen und die Galerie Metropol aus Wien. Die Ausstellerliste der Highlights harrt nach Angaben der Messeleitung noch eines letzten Schliffs - nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der Bewegungen, die durch die Frieze Masters in London (11. bis 14. Oktober) und die abgesagte Ars Nobilis in Berlin verursacht werden.

Auch für die dritte Ausgabe der zeitgenössischen Kunstmesse Munich Contempo, die diesmal vor den Antiquitätenmessen, vom 3. bis 7. Oktober, stattfinden soll, läuft noch bis Ende Juni das Anmeldeverfahren. Zurzeit muss hier über eine neue Zusammensetzung des Beirats nachgedacht werden, da sich die Journalistin Bettina Krogemann und der Berliner Galerist Michael Schultz zurückgezogen haben. Er verabschiede sich „ohne Groll“, aber professionell werde woanders gearbeitet, erklärte er mit Blick auf organisationstechnische Defizite. Veranstalter Wolf Krey, Expo Management GmbH, Kiel, der zurzeit noch hinter 130.000 Euro Außenständen hinterherläuft, zeigt sich darauf angesprochen, auch nicht glücklich.

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