Kunstkäufe des Bundes: Politische Bekenntnisse

Kunstkäufe des Bundes
Politische Bekenntnisse

Auch der Bund sammelt zeitgenössische Kunst. Alle fünf Jahre geht er damit an die Öffentlichkeit. Seine jüngsten Erwerbungen präsentiert er zurzeit in der Bundeskunsthalle in Bonn.
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BonnDie Ähnlichkeit ist nur auf den ersten Blick frappierend. Mit seinem verwischten Duktus und seinen Grau-in-Grau-Tönen denkt der Betrachter bei dem Bild „Badezimmer“ gleich an das Frühwerk Gerhard Richters. Doch gemalt hat es die in Hamburg lebende Japanerin Miwa Ogasawara. Jetzt hängt das Gemälde aus dem Jahr 2007 in der Bundeskunsthalle in Bonn, wo der Bund zurzeit seine Ankäufe der letzten fünf Jahre präsentiert. Nicht einmal der für diese Periode zur Verfügung stehende Gesamtetat hätte ausgereicht für ein frühes Richter-Bild.

Für 2007 bis 2011 stellte der Bund der Ankaufskommission 2,2 Millionen Euro zur Verfügung. Das sind 440.000 Euro pro Jahr. Davon wurden auch Rahmungen und Restaurierung bezahlt. Für Ankäufe blieben 300.000 Euro übrig. Die fünf Experten der Ankaufskommission, darunter Anne-Marie Bonnet, Professorin für Kunstgeschichte in Bonn, Yilmaz Dziewior, Leiter des Kunsthauses Bregenz und Irmgard Mössinger, die Direktorin der Kunstsammlungen Chemnitz, kauften 90 Prozent auf den Messen in Köln und Basel. Auch die Frieze in London wurde besucht. Einzelne Galerien waren eher die Ausnahme. Angekauft wurden 234 Werke, davon sind jetzt 100 in der Bundeskunsthalle zu sehen.

Willy Brandt ließ sich überzeugen

Begonnen hatte alles 1970, als der Maler Georg Meistermann den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt dazu überreden konnte, Gegenwartskunst zu sammeln. Die Sammlung ist inzwischen auf über 1.500 Bilder und Objekte angewachsen. In ihrer Gesamtheit aber wird sie niemand mehr zu Gesicht bekommen, denn Kanzleramt, Minister oder Botschafter fordern Kunstwerke für ihre Amtsstuben und Repräsentationsräume an. Nur 120 Werke hängen als Dauerleihgaben in Museen.

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