Kunstlager Achenbach
Ergebnis über Plan bei Van Ham

Der Auktionsmarathon aus dem Lager des inhaftierten Kunstberaters Helge Achenbach ist am vergangenen Samstag mit Rekordeinnahmen zu Ende gegangen. 8,9 Millionen Euro stehen in den Büchern des Kölner Auktionshauses Van Ham. Im Herbst geht es in die zweite Runde. Dann kommen Großformate und sperrige Installationen unter den Hammer.
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KölnDas Kölner Auktionshaus Van Ham hat für die Lagerbestände des verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach eine Rekordsumme von 6,5 Millionen Euro netto umgesetzt. Mit Aufgeld summiert sich das Ergebnis für den viertägigen Auktionsmarathon vom 17. bis 20. Juni 2015 auf 8.9 Millionen Euro. 3,5 Millionen Euro kamen allein in den drei Stunden am gestrigen Samstag zusammen.

Für Van Ham-Chef Markus Eisenbeis, war diese größte, je in Deutschland veranstaltete Auktion zeitgenössischer Kunst ein „historischer Moment“, denn ihm wurden für den Komplettverkauf ein Paar weiße Handschuhe für den „White Glove Sale“ überreicht. Ein „Ergebnis über Plan“ resümierte knapp und ernst wie immer Insolvenzverwalter Marc D’Avoine, der die Auktion beauftragt hatte. Er hat rund 100 Gläubiger zu befriedigen.

Über 5000 schriftliche Vorgebote

An allen Tagen herrschte überproportionales Bieterinteresse. Rund 2500 hatten sich registrieren lassen, davon zwei Drittel Neukunden und - laut Einschätzung von Eisenbeis rund 10 Prozent Händler. Über 5000 schriftliche Vorgebote wurden abgegeben.

Mit den größten Andrang erfuhren die 66 Affenbronzen von Jörg Immendorff, darunter auch die von erfahrenen Händlern skeptisch beäugten, in seinen letzten Lebensjahren gegossenen Riesen- und Kleinformate. Eisenbeis triumphierte: „Allen Unkenrufen zum Trotz wurde der Markt für Immendorff-Bronzen demnach nicht verunsichert, sondern auf ein neues Niveau gehoben“, verkündete der Auktionator in seiner Pressemeldung.

Rekordpreis für Immendorff-Affe

Schon die mit Dumping-Schätzpreisen versehenen Affen aus der Düsseldorfer Session erzielten bis zu 46.000 Euro netto. Das ist ein Spitzenpreis unter den gegebenen Auktionsbedingungen, für den Handel jedoch indiskutabel. Dann kam am Samstag in Köln die große, über 2 Meter hohe Beuys-Figur, der den kleinen Affen, Immendorffs Alter Ego an der Hand führt, und machte atemberaubende 210.000 Euro Hammerpreis, so viel wie noch auf keiner Auktion weltweit für eine Bronze dieses Künstlers. Mit Aufgeld würde der deutsche Sammler 288.750 Euro bezahlen. Wenn er Glück hat. Denn die Eigentümerfrage wird wie bei den anderen acht, am Samstag versteigerten Bronzen erst am Dienstagabend geklärt sein.

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Kampf um kleine Bilder von Gerhard Richter

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