Kunstmessen Istanbul
Spielraum für hohe Qualität

Die Messe ArtInternational in Istanbul hat das Format, auch internationale Sammler anzuziehen. Ihr Niveau ist dank strenger Auswahl hoch. Einige türkische Aussteller nehmen klugerweise auch an der kommenden Contemporary Istanbul teil. Dort sprechen sie das eher einheimische Publikum an.
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IstanbulSandy Angus ist Wiederholungstäter, seit Jahrzehnten. Der Vorsitzende (Chairman) von Montgomery gründet Kunstmessen in Serie. Die ArtInternational (AI) in Istanbul ist eines seiner jüngsten Kinder und tritt gerade zum zweiten Mal an. Das Teilnehmerfeld ist tatsächlich international. Die lokale Konkurrenz "Contemporary Istanbul CI" scheint einigermaßen nervös zu sein und hat dem Neuankömmling das "Istanbul" im Namen gerichtlich verbieten lassen.

Bis jetzt hatte sich Angus darauf beschränkt, bisher freie Orte (Art Hong Kong, die später von der Art Basel gekauft wurde) oder Termine (Art in London im Februar) zu besetzen. In Istanbul hat er den Frontalangriff gewagt: "Vor allem haben wir hier angefangen, weil gute türkische Galerien, die bei uns in Hongkong ausgestellt haben, uns gebeten haben, so etwas in Istanbul zu machen. Wir haben uns CI angesehen und festgestellt, dass es Raum gibt für eine Messe, die internationale Qualitätsgalerien mit den besten türkischen Galerien kombiniert."

Strenge Auswahl auf der AI

Das ist einigermaßen gelungen. Unterstützt von einer Jury, der unter anderem Ursula Krinzinger und Yvon Lambert angehören, konnten mit Lisson (London), Forsblom (Helsinki) oder Lelong (Paris, New York) einige Schwergewichte von der Teilnahme überzeugt werden. Noch liest sich die Teilnehmerliste ein wenig wie Akquise nach Adressbuch. So sind alleine zehn der 77 Aussteller aus Frankreich, sechs aus Wien, aber nur vier aus Deutschland. Unter ihnen befindet sich mit Kuckei + Kuckei, die gerade ihr 20-jähriges Bestehen feiert, eine etablierte Galerie aus dem mittleren Segment ebenso wie Florian Weingrüll aus Karslruhe, der wie immer in seiner jungen Karriere mit einer Soloshow antritt, diesmal von David Godbold. Unterschiedlicher könnte es nicht sein.

Allerdings stimmt das Niveau im Großen und Ganzen. Das unterscheidet die beiden Istanbuler Messen. Das liegt vor allem an der strengen Auswahl bei den lokalen Galerien. Die Türkei stellt nur zwölf Teilnehmer, dafür sind alle wichtigen, die auch international operieren, dabei. Moiz Silberman aus Istanbul nimmt an beiden Messen teil und verkauft auf beiden gut. Den Unterschied macht für ihn das Publikum. Auf der CI sei es fast zur Gänze türkisch, auf der AI verkaufe er zu 60 Prozent an Ausländer, die zum Teil eigens anreisten.

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Trend zu kleinen, niveauvollen Messen

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