Kunstwerke zurückbeordert
Tschechien wehrt sich gegen „Geiselnahme“

Museen in Deutschland und Frankreich müssen in absehbarer Zukunft auf tschechische Kunst verzichten: Aus Angst vor Pfändung holt die Regierung Gemälde und Skulpturen zurück. Hinter der „Geiselnahme“ steckt ein Politikum.
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Tschechische Kunstwerke verschwinden nach und nach aus deutschen und französischen Museen. Aus Angst vor Pfändung wurden in den vergangenen Tagen Leihgaben aus Ausstellungen in Aachen, Görlitz und Bonn eingepackt und abgeholt. Mit einer baldigen Rückkehr der böhmischen Kunst in deutsche Museen ist nicht zu rechnen.

Das könne erst geschehen, wenn „eindeutig klar ist, dass das Eigentum und die Interessen Tschechiens im Ausland nicht gefährdet sind“, sagte Stanislav Brunclik, der Sprecher des Kulturministeriums, der Nachrichtenagentur dpa.

Denn Tschechien ist in einen jahrelangen Rechtsstreit um Entschädigungszahlungen mit einem Pharmaunternehmen aus Liechtenstein verwickelt. Prag weigert sich, der Firma 370 Millionen Euro zu zahlen, weil sie von einer öffentlichen Ausschreibung ausgeschlossen worden war.

Den Liechtensteinern ging nun offenbar die Geduld aus. Sie beantragten in Wien und Paris die Pfändung von tschechischem Vermögen im Ausland. Zwei Gemälde und eine Skulptur wurden daraufhin vor zwei Wochen in Wien von der Justiz sichergestellt.

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