Kurt Masur
Stardirigent ist tot

Er war einer der vielgeachtetsten und bekanntesten Dirigenten der Welt, wirkte lange Jahre in Leipzig, danach in New York. Jetzt ist Kurt Masur im Alter von 88 Jahren in den USA gestorben. Und die Welt trauert.

New YorkDer Stardirigent Kurt Masur ist tot. Der langjährige Leipziger Gewandhauskapellmeister starb am frühen Samstagmorgen im Alter von 88 Jahren in einem Krankenhaus in Greenwich im US-Bundesstaat Connecticut, wie die Sprecherin der New Yorker Philharmoniker, Katherine Johnson, der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die genaue Todesursache war zunächst nicht bekannt. Der Musiker litt seit Jahren an der Parkinson-Krankheit. Deutsche Vertreter aus Politik und Kultur würdigten Masurs Lebenswerk, ebenso wie die New Yorker Philharmoniker, bei denen er von 1991 bis 2002 wirkte.

Der Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker, Alan Gilbert, hat Kurt Masurs Wirken bei dem berühmten Orchester gewürdigt. In einer Mitteilung lobte er Engagement und Hingabe des im Alter von 88 Jahren am Samstag gestorbenen Dirigenten. Masur habe fest an die Macht der Musik geglaubt, dass sie Menschen einander näher bringen könne. Sein Glaube daran sei „unerschütterlich“ gewesen, erklärte Gilbert (48) auf Twitter. „Danke für alles, was du für New York City getan hast“, schrieb er in dem Kurznachrichtendienst.

Von 1991 bis 2002 wirkte Masur, der zuvor viele Jahre Leipziger Gewandhauskapellmeister war, als Musikdirektor der New Yorker Philharmoniker. Nach seiner elfjährigen Amtszeit in New York wurde er zum Musikdirektor auf Lebenszeit berufen und war damit zusammen mit Leonard Bernstein der einzige Dirigent des weltberühmten Ensembles, der einen derartigen Ehrentitel zuerkannt bekam.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) teilte mit: „Er war ein großer Künstler, der in der Musik stets die Botschaft von Menschlichkeit und Verständigung suchte und fand.“ Bundespräsident Joachim Gauck kondolierte der Witwe Tomoko Sakurai-Masur in einem Schreiben: „Wir trauern um einen brillanten Musiker, einen großen Humanisten und einen engagierten Kosmopoliten.“ Zudem würdigte Gauck Masur für seine Rolle während der Wendezeit. „Viele Menschen werden niemals vergessen, wie er sich im Herbst 1989 für grundlegende Veränderungen in der DDR, für die Freiheit der Menschen und die Demokratie eingesetzt hat.“

Der Dirigent, der von 1970 bis 1996 Kapellmeister in Leipzig war, gehörte im Herbst 1989 zu den Unterzeichnern des Aufrufes „Keine Gewalt“. Darin wurden Montagsdemonstranten und Staatsgewalt zum Dialog aufgefordert. Bis zu seinem Tod war er Ehrendirigent in Leipzig. „Wir verlieren ein musikalisches Genie, einen faszinierenden Dirigenten von erstem Weltrang und einen großen Humanisten“, erklärte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD).

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Stardirigent ist tot

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Weltweit als Maestro geschätzt

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