Kurzrezension
Der Verrat

US-Soldaten entführen Sie, verfrachten Sie in einen Helikopter und lassen Sie auf einem Plateau im Hindukusch wieder frei. Ein Glücksfall? Nachhaltige Eindrücke entstehen, wenn Menschen Grenzerfahrungen machen. So ergeht es auch Ralf Horenburg, Hauptfigur in dem Polit-Thriller "Der Verrat".

Michael Lüders: Der Verrat. Arche Verlag, Zürich/Hamburg 2005, 208 Seiten, 19,90 Euro

Islamexperte Michael Lüders hat mit dem Buch sein zweites fiktionales Werk abgeliefert; bekannt geworden ist er als Sachbuchautor und langjähriger Nahostredakteur der "Zeit". Von journalistischen Tugenden wie Neugier, Beobachtungsgabe und Unvoreingenommenheit profitiert auch "Der Verrat". Horenburg, Islam-Beobachter im Auswärtigen Amt, soll einen mit 80 Mill. Dollar verschwundenen Geschäftsmann finden - und gerät dabei selbst in eine ausweglose Lage. Die Story führt den Leser ins pakistanisch-afghanische Grenzland und in die Höhlensysteme der Taliban. Lüders, der oft in der Region recherchiert hat, weiß, worüber er schreibt - detailfreudig, mit wenigen Dialogen, im Tagebuchton. Dass Nebensätze bisweilen entbehrlich, Vergleiche holprig sind, tut dem Gesamteindruck keinen Abbruch. Spannung ist garantiert. Thomas Ludwig

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