Kurzrezension
Handelsmission im Amazonas

Andrew Pypers Roman "Die Handelsmission" ist spannend und offenbart menschliche Abgründe - nicht nur auf Seiten der gewalttätigen Verbrecher. Denn die große Frage ist: Was führt die geheimnisvolle Dolmetscherin Elisabeth im Schilde?

Die Amerikaner Marcus und Jonathan sind smarte Jungs, wie sie im Buche stehen. Charmant, gerissen und ganz ohne Skrupel wollen sie ihr Internetprogramm - eine Netzseite über moralisches Verhalten - in aller Welt verkaufen. Doch als sie in Brasilien ihr Produkt vorstellen, geht einiges schief. In einem Bordell tönen die jungen Software-Entwickler herum, sie hätten eine Bombe mit einer immensen Schlagkraft entwickelt. Stimmt nicht, aber macht sich bei der abendlichen Sauftour ganz gut, um die Einheimischen zu beeindrucken. Leider nehmen ein paar Leute die Angeberei für bare Münze.

Während eines Kurztrips auf dem Amazonas werden die Aufschneider und ihre Mitarbeiter von Banditen gefangen und grausam misshandelt. Andrew Pypers Roman "Die Handelsmission" ist spannend und offenbart menschliche Abgründe - nicht nur auf Seiten der gewalttätigen Verbrecher. Denn die große Frage ist: Was führt die geheimnisvolle Dolmetscherin Elisabeth im Schilde? Der Amerikaner hat einen atemberaubenden Schmöker geschrieben, den man jedoch nur mit einer Einschränkung empfehlen kann. Eine Lesewarnung geht an alle, die demnächst nach Brasilien fahren und über den Amazonas schippern wollen. Denn dort gibt es nicht nur Insekten, die böse stechen können.

Andrew Pyper: Die Handelsmission. Ullstein Verlag, Berlin 2005, 430 Seiten, 8,95 Euro

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