Kurzrezension
Konrad Hansen - Der wilde Sommer

Noch fallen Bomben auf die Felder. Hannibal Witt gründet mit ein paar Jungs eine Werwolf-Gruppe, um Sabotageakte auf die anrückenden Alliierten auszuüben. Das kleine Dorf an der Kieler Bucht füllt sich mit Flüchtlingen. Dann ist der Zweite Weltkrieg vorbei, doch es herrscht immer noch Ausnahmezustand.

Konrad Hansen: Der wilde Sommer - Roman aus dem Jahr 1945. Piper Verlag, München 2005, 480 Seiten 22,90 Euro

Konrad Hansen hat ein deftiges Buch über das Kriegsende geschrieben, das ziemlich aus dem Rahmen fällt. Er packt die große Weltgeschichte in die kleine Welt des Dorfes hinein, erzählt von Zwangsarbeitern, SS-Bonzen, die sich verstecken, und Jungs, die nach dem Hitlerregime völlig verloren sind. Immer wieder geht es um Sex. Bordelle werden eingerichtet, Liebschaften führen zu grotesken Verwicklungen. Zwischendrin sucht Hannibal, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird, nach seinem Vater, dem Deserteur. Der Roman "Der wilde Sommer" macht seinem Namen alle Ehre. Ein Sommer voller Anarchie, in dem von Opfern schon die Rede ist und auch von der immensen deutschen Schuld. Und das Leben trotzdem weitergeht.

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