Kurzrezensionen
Die letzte Liebe des Präsidenten

Seinem lieb gewonnenen, herzkranken Pinguin Mischa, der uns in den Romanen "Picknick auf dem Eis" (1999) und "Pinguine frieren nicht" (2003) durch die Handlung begleitete, hat Andrej Kurkow eine Ruhepause gegönnt. Stattdessen beobachten wir nun den Lebensweg des Ukrainers Sergej Stepanowitsch, eine nicht minder skurrile Figur.

Über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten beschreibt Kurkow auf wechselnden Erzählebenen dessen Aufstieg vom tagträumerischen Studenten über den Regierungsbeamten bis hin zum Regierungschef.

Bei aller Kritik, die Kurkow an den politisch-gesellschaftlichen Verhältnissen seines Landes in der post-sowjetischen Epoche äußert, kommen die aus seinen Vorgängerromanen bekannten grotesken Sequenzen nicht zu kurz. Bei allem Ernst über die geschilderten politischen Verhältnisse in der Ukraine sind es die phantasievollen Einfälle des Autors, die diesen opulenten Roman tragen. "Die letzte Liebe des Präsidenten" liest sich wie eine unterhaltsame Mischung aus Walt Disney und Leo Tolstoi.

ANDREJ KURKOWS: Die letzte Liebe des Präsidenten Diogenes Verlag, Zürich 2005, 695 Seiten, 22,90 Euro

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