Kurzrezensionen
Von Journalisten und Beamten

Journalisten dienen dem Gemeinwohl. Sie enthüllen, kontrollieren, klären auf. Sie sind es, die die Stabilität einer Demokratie garantieren. So oder ähnlich fällt wohl die Antwort aus, wenn man Journalisten nach ihrem Selbstverständnis fragt. Stimmt alles nicht, schreiben nun Susanne Fengler und Stephan Ruß-Mohl.

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Susanne Fengler, Stephan Ruß-Mohl: Der Journalist als "Homo oeconomicus". UVK Verlag, Konstanz 2005, 224 Seiten, 29 Euro

Journalisten dienen dem Gemeinwohl. Sie enthüllen, kontrollieren, klären auf. Sie sind es, die die Stabilität einer Demokratie garantieren. So oder ähnlich fällt wohl die Antwort aus, wenn man Journalisten nach ihrem Selbstverständnis fragt. Stimmt alles nicht, schreiben nun Susanne Fengler und Stephan Ruß-Mohl. Ausgerechnet zwei Kommunikationswissenschaftler fallen einem ganzen Berufsstand in den Rücken mit der These, dass Journalisten, wie eben viele andere Menschen auch, bei der Ausübung ihres Berufs vor allem auf den eigenen Vorteil bedacht sind. Journalisten handeln rational wie ein "Homo oeconomicus", wenn sie recherchieren, schreiben oder Nachrichten auswählen. Fengler und Russ-Mohl argumentieren simpel und damit schlüssig: Am Beispiel eines imaginären Journalisten deklinieren sie den Redaktionsalltag durch, in dem Knappheit, Unsicherheit und Wettbewerb wichtige Einflussgrößen sind. Am Ende bleibt die für Journalisten betrübliche Erkenntnis, dass die beiden Autoren möglicherweise Recht haben. Christoph Moss

Frank Faust, Bernd Klöckner: Beamte - die Privilegierten der Nation. Wiley Verlag, Weinheim 2005, 290 Seiten, 19,90 Euro

Vielen Bundesbürgern gelten sie als faul und überbezahlt: Beamte sind oft das Ziel von Häme und Neid, doch kaum einer weiß genau, was sie eigentlich verdienen und welche Vorteile sie noch genießen. Bernd Klöckner und Frank Faust haben nun versucht, Licht ins bürokratische Dickicht der Beamten-Sonderrechte zu bringen. Faust kennt die Privilegien aus eigener Anschauung - er hat bei der Deutschen Post AG gearbeitet. Das wahre Ausmaß der Bezüge, Subventionen und Vergünstigungen hat beide überrascht. Sie legen detailliert dar, wie üppig versorgt Staatsdiener in Pension gehen, während andere den Gürtel enger schnallen müssen. David Selbach

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