Kurzrezensionen
Zukunft Deutschland, E-World-Technologien und Fair Future

Das Handelsblatt informiert über aktuelle Neuerscheinungen.

Günter Rommel: Zukunftsmodell Deutschland - Was wir von Amerika und Japan lernen können. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2005, 215 Seiten, 29,95 Euro Deutschland versinkt in Reformvorschlägen - der Ex-McKinsey-Berater Günter Rommel fügt nun einen weiteren hinzu: Die Deutschen sollen sich an Japan und den USA orientieren, indem sie das Beste aus beiden Ländern vereinen: die Disziplin und den Gemeinschaftssinn der Japaner mit dem Fortschrittsglauben und dem Optimismus der Amerikaner. Bis zu dieser praktischen Handlungsempfehlung arbeitet sich der Leser durch Unmengen von Studien, Meinungsumfragen und Statistik: Rommel führt zum Beispiel detailliert den Beweis, dass das Einkommen in den USA deutlich höher ist als in Deutschland, berücksichtigt man Steuern, Abgaben und Preisniveau. Ein umfassendes Lesebuch zur Wirtschaftslage ist seine Reformfibel damit allemal. David Selbach

Francis Kuhlen: E-World-Technologien für die Welt von morgen. Springer Verlag, Berlin 2005, 169 Seiten, 29,90 Euro Im Jahr 2023 wird die Leistungsfähigkeit eines menschlichen Gehirns für 1000 Euro zu kaufen sein. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann das Schachspiel "ausanalysiert" ist - jeder mögliche Zug ist dann gezogen. Der Experte Francis Kuhlen spekuliert in "E-World" gekonnt über die nahe und ferne Zukunft von Supercomputern. Originell und anschaulich sind seine Analogien zwischen der Computerwelt und der menschlichen Kulturgeschichte. Originell ist auch die Figur des Franz K., der Stück für Stück die ihn umgebende Technologie hinterfragt. Die Philosophie von "Open Source", elektronischen Nachbildungen des menschlichen Gehirns und das Esperanto der "B2B"-Kommunikation rücken durch die plausiblen Erklärungen von Kuhlen in greifbare Nähe.

Thomas Becker Wolfgang Sachs/ Tilman Santarius: Fair Future - Ein Report des Wuppertal Instituts. Verlag C. H. Beck, München 2005, 278 Seiten, 19,90 Euro Das Wuppertal Institut, das Ernst Ulrich von Weizsäcker vor vierzehn Jahren gründete, genießt unter Klimaforschern weltweite Anerkennung. In ihrem jüngsten "Fair Future Report" fordern die Wissenschaftler nun eine Politik der "globalen Gerechtigkeit" ein. Handelsströme der Globalisierung fänden bislang vorwiegend zwischen Europa, Nordamerika und Japan statt. Nur wenige Schwellenländer wie China, Indien oder Mexiko holten auf, der Abstand zu großen Teilen Asiens und Afrikas werde in dieser zerklüfteten Welt dagegen größer. Weil aber alle die ökologischen Folgen mitzutragen haben, appellieren die Wuppertaler an eine "Architektur globaler Kooperation". Der Westen solle dazu eine Energie-, Verkehrs- und Agrarwende einleiten. Und Europa - so schließen die engagierten Autoren - könnte die Weltgesellschaft begründen wie einst Rom die Renaissance. Olaf Wittrock

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