Leben? Sterben?
Neu im Kino: "Das Meer in mir

Ein Bade-Unfall. Die nächsten 30 Jahre verbringt Ramón im Rollstuhl, querschnittsgelähmt, auf die Hilfe von Verwandten und Freunden angewiesen. Er will nur noch eins: diese Welt verlassen.

Der junge spanische Regisseur Alejandro Amenábar hat - nach dem authentischen Fall des Ramón Sampedro - einen Film zum Thema Sterbehilfe gemacht. Nicht eben ein populäres Thema. Dennoch machte der Film eine steile Karriere, vom Venediger Löwen über die Europäischen Filmpreise und die Golden Globes bis zum Oscar, von den Auszeichnungen für den Hauptdarsteller Javier Bardem erst gar nicht zu reden.

Das hat einen guten Grund: Amenábar erzählt nicht nur eine ergreifende Geschichte, er erzählt sie auch auf behutsame und zurückhaltende Weise. In Dialogen beleuchtet er das Problem aus verschiedener Perspektive, das der Mann hat. Er inszeniert lange Gespräche mit einer befreundeten Juristin, die auf seiner Seite ist, ihm helfen will, es aus juristischen Gründen nicht kann; mit einer Arbeiterin, die ihn von einem Sinn des Lebens zu überzeugen versucht; mit seinem Bruder, der strikt gegen jede Sterbehilfe ist. Mit einem Schuss lakonischer Komik verhindert Amenábar zu viel der Sentimentalität. Javier Bardem ist großartig, erst recht, wenn man bedenkt, dass er 'nur' sein Gesicht zur Verfügung hat. Kein Film über die Sterbehilfe, sondern ein anrührendes Melodrama über einen Mann, der nicht mehr leben will - was Javier Bardem auf eindringliche Weise vorlebt.

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