Lempertz
Chinesen kaufen in Köln Malerei zurück

Nachdem die alten deutschen China-Sammlungen seltener geworden sind, wendet sich das Interesse der Malerei zu, die bisher eher eine untergeordnete Rolle auf dem deutschen Auktionsmarkt gespielt hat. Das Auktionshaus Lempertz punktet mit Kunst auf Seide.
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KÖLN. Nachdem die alten deutschen China-Sammlungen seltener geworden sind, wendet sich das Interesse der Sammler und Händler der Malerei zu, die bisher eher eine untergeordnete Rolle auf dem deutschen Auktionsmarkt gespielt hat.

Den neuen Trend deutete schon das erste Los des Asiatika-Katalogs bei Lempertz am 10./11. Dezember an. Der auf Seide gemalte "Neujahrsbesuch" eines anonymen Künstlers des 18. Jahrhunderts ("Li Songnian") war auf 2 500 Euro geschätzt und chinesischem Handel am Ende 97 000 Euro inklusive Aufgeld wert. Solche Sprünge sind bei traditioneller Malerei des 20. Jahrhunderts seltener, das Taxenniveau liegt höher.

Besonders Fu Baoshi (1904-1965) erlebt zurzeit einen wahren Boom: Von den 20 Top-Ergebnissen in der Artnet Preisdatenbank - sämtlich im Millionen-Dollar-Bereich - wurden bis auf eines alle 2009 erzielt. Der Schätzpreis von 60 000 Euro, mit dem die Kölner die Flusslandschaft "Frühlingsregen in Jiangnan" anboten, war daher sehr konservativ. Ein New Yorker Sammler musste schließlich 324 000 Euro brutto gegen chinesische Konkurrenz aufbieten. Das Blatt kam wie 21 weitere aus der Sammlung von Gerhard Pommeranz-Liedtke, dem ehemaligen Leiter der Akademie der Künste in Ost-Berlin und späteren Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Weimar. Bis auf eines fanden sie alle Abnehmer. Das übrige Malerei-Angebot war ähnlich erfolgreich. Eine Hängerolle von Zhang Daqian (1899-1983) ging für 204 000 Euro (Taxe 24 000) an eine Bieterin aus Peking.

Weiter schwach zeigte sich die Abteilung Japan. Insgesamt wurden nach Unternehmensangaben 2,6 Millionen Euro inklusive Aufgeld umgesetzt, zwölf Prozent mehr als 2009.

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