Lesenswertes von und über Johannes Paul II.
Dem Papste so nah

Der Tod von Johannes Paul II. hat auf dem Buchmarkt hektische Aktivitäten ausgelöst. Buchhändler verzeichnen eine verstärkte Nachfrage nach Titeln, die der Papst selbst verfasst hat oder die sein Leben beschreiben, meldet das Fachmagazin "Buchreport" in seiner aktuellen Ausgabe. Das Problem: Es gibt unzählige Bildbände und Biografien über den Papst, und auch er selbst hat eine ganze Reihe von Schriften unterschiedlichster Natur geschrieben.

HB DÜSSELDORF. Auswahl tut also Not, und im Folgenden sei ein Buchpaket empfohlen, das sich von verschiedenen Richtungen aus an den Menschen und Papst Johannes Paul II. herantastet. Zum Einstieg: Die gerade erst aktualisierte Neuausgabe der Biografie von Andreas Englisch. Er ist trotz junger Jahre einer der wenigen Vatikan-Journalisten, die den Oberhirten der katholischen Kirche bei seinen Reisen im päpstlichen Flugzeug begleiten durften. Aus dieser privilegierten Position heraus ist ihm eine Nähe möglich, die gelegentlich an Intimität grenzt, ob im Flugzeug oder im Apostolischen Palast. Die Biografie hat den immensen Vorteil, äußerst aktuell zu sein: Sie führt bis in den Februar 2005.

Eher hintergründig und nachdenklich ist die Papst-Biografie des "Zeit"-Reporters Jan Roß. Sie unterscheidet sich wohltuend von manch anderen unzureichend kritischen oder im Gegenteil zur Verklärung neigenden Büchern. Nach Prüfung vieler Einwände gegen Johannes Paul II. resümiert Roß: "Die kircheninterne Auseinandersetzung mit diesem Papst ist erkennbar nicht auf der Höhe seiner menschlichen und historischen Statur."

Wladyslaw Bartoszewski, der bedeutende polnische Publizist und ehemalige Außenminister, hat in einem sehr lesenswerten Sammelband Beiträge von Persönlichkeiten zusammengestellt, die die konkrete Begegnung mit dem Menschen Johannes Paul schildern. Darunter sind Eindrücke von Friedensnobelpreisträger Schimon Peres, Ex-Uno-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali und dem ehemaligen US-Präsidenten George Bush. Von Michail Gorbatschow erhält der Leser Einblick in ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Papst.

Den vielleicht besten Bildband über den Papst hat Grzegorz Galazka veröffentlicht. Er war als Fotograf immer an der Seite von Johannes Paul II., was man dem Band anmerkt. Der Papst auf einer einfachen Holzbank, neben sich das Brevier, mit wuchtigem Wanderstock auf einem Berggipfel und immer wieder inmitten von Tausenden, konzentriert und den Menschen zugewandt.

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