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Deutschland erlebt „Konjunktur der Höflichkeit“

Benimm ist „in“: Deutschland erlebt nach Einschätzung der Frankfurter Erziehungshistorikerin Brita Rang seit etwa einem Jahrzehnt eine „Konjunktur der Höflichkeit“.

dpa FRANKFURT/MAIN. Benimm ist „in“: Deutschland erlebt nach Einschätzung der Frankfurter Erziehungshistorikerin Brita Rang seit etwa einem Jahrzehnt eine „Konjunktur der Höflichkeit“.

Dies zeigten etwa die Auflagenerfolge von Anstandsratgebern, sagte die Professorin. Seit mehreren Jahren gebe es außerdem Höflichkeitsschulen, bei denen etwa Tischmanieren und Begrüßungsformeln vermittelt würden. Um unterschiedliche Höflichkeits-Zyklen der frühen Neuzeit geht es bei einer dreitägigen Expertentagung (13. bis 15. März) an der Universität Frankfurt. Erwartet werden rund 25 Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen aus dem In- und Ausland.

Die fortschreitende Internationalisierung und damit eine „Vielfalt der Höflichkeitsstile“ tragen nach Angaben der Erziehungshistorikerin dazu bei, nach guten Umgangsformen auch im eigenen Land zu fragen. Wenn man Geschäfte machen wolle, sei man gut beraten, Wert auf die „Regeln des Umgangs“ zu legen, um Konflikte zu vermeiden. „Höflichkeit ist der Versuch, solch einen Umgang mit Rücksicht auf den anderen oder die anderen zu regulieren.“

Gerade in typischen Handelsländern wie den Niederlanden spielten gute Manieren von jeher eine große Rolle. Denn: „Mit Höflichkeit gewinnt man Kunden.“ In Deutschland hätten die 68er mit ihrer Kritik des „Anstands“ während des Nationalsozialismus auch die höflichen Konventionen im zwischenmenschlichen Umgang abgelehnt und eine „relative Gleichgültigkeit gegenüber Rücksicht nehmendem Verhalten erzeugt“.

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