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Klassisches Wohnen passé: Wellness-Oase und Home-Office

Wohnstube, Schlafzimmer und Küche - das scheint passé: Die Wohnräume der Zukunft heißen „Wellness“, „Entertainment“ oder „work@home“. Das zumindest besagt eine Studie des Zukunftsinstituts in Kelkheim (Hessen), gegründet von Trendforscher Matthias Horx.

dpa KöLN. Wohnstube, Schlafzimmer und Küche - das scheint passé: Die Wohnräume der Zukunft heißen „Wellness“, „Entertainment“ oder „work@home“. Das zumindest besagt eine Studie des Zukunftsinstituts in Kelkheim (Hessen), gegründet von Trendforscher Matthias Horx.

„Die klassische Raumaufteilung in drei bis vier Zimmern wird es nicht mehr geben“, sagt Harry Gatterer, einer der Autoren der Studie. „Was einmal trautes Heim war, wird in Zukunft zu einem Ort vielfältiger Anforderungen und Bedürfnisse.“ Die Wohnung werde zu einem Rückzugsraum und einem Ort der Selbstverwirklichung.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Wohnfläche in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten deutlich vergrößert: Sie stieg von 1968 bis 2002 um rund 70 Prozent auf mehr als 40 Quadratmeter pro Person. „Der Trend zu mehr Wohnraum wird sich in Zukunft fortsetzen“, prognostiziert Gatterer. Allerdings sei das Zuhause künftig nicht nur privater Rückzugsraum, sondern werde noch stärker als Arbeitsplatz genutzt. „Tele- und Home-Office-Arbeit wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen“, sagt Gatterer.

Doch auch Orte der Entspannung werde es geben: Meditation und Malen werden nach Ansicht des Trendforschers einen festen Platz in der Wohnung der Zukunft erhalten. „Neben Wellness-Oasen wird es Räume für die Sinnsuche geben, in denen sich die Bewohner der Muße hingeben können und ihre Sinne entlasten“, sagt er. Auch bei der Gartenarbeit auf Balkon und Terrasse werden die Menschen ihre Kreativität ausleben - ein Trend, der sich laut Gatterer schon seit einigen Jahren abzeichnet.

„Wir haben immer häufiger fließende, offene Grundrisse und sprechen eher von Zonen als von Räumen“, sagt Birgit Schwarzkopf. Die Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Innenarchitekten in Nordrhein- Westfalen (Bdia) beobachtet wie Gatterer eine Auflösung traditioneller Wohnräume.

Allabendliche Treffs mit Freunden auf der Wohnzimmercouch gehören offenbar der Vergangenheit an. „Die Küche dient immer häufiger als Kommunikationszentrum“, sagt Schwarzkopf. Selbst Menschen mit wenig Kochleidenschaft investierten häufig in große Küchen, die zunehmend auch repräsentative Aufgaben erfüllten. „Die Gastronomie ist teurer geworden, die Arbeitszeiten haben sich verlagert und oftmals bleibt nur noch gemeinsame Zeit beim Essen“, erklärt die Innenarchitektin.

Ausgedient hat dagegen wahrscheinlich das klassische Arbeitszimmer. „Dank drahtloser Datenübertragung kann ich mit dem Laptop auf der Terrasse oder am Küchentisch arbeiten“, schildert Schwarzkopf. Wegen der wachsenden Mobilität der Menschen sei insgesamt ein Trend zu mobilen Einzelmöbeln zu beobachten: „Die Schrankwand hat ausgedient.“

Dieser Entwicklung trägt auch die Möbelindustrie Rechnung. Gefragt seien leichte Multimedia-Möbel und Sitzkissen statt klobiger Polstermöbel, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM). „Die Wucht und Überfüllung in den Wohnzimmern lässt deutlich nach“, bestätigt sie. Dem Bedürfnis nach Mobilität kämen auch Sideboards und Kommoden entgegen, die in ihrer Breite veränderbar sind, oder mobile Küchen mit Rollen statt Füßen.

„Das Zuhause wird wieder wichtiger“, stimmt Innenarchitektin Schwarzkopf dem Trendforscher Gatterer zu. Und der hat dafür auch eine Erklärung: Das gewachsene Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit.

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