Limes auf der Liste
Hintergrund: Der Limes ist Weltkulturerbe

Grenzwall, Verteidigungslinie und Wirtschaftsgrenze: Der Limes hat eine bewegte Geschichte. Einst als "Teufelswall" verschrien, ist der altrömische Wall nun zum Teil des Unesco-Weltkulturerbes ernannt worden.

HB BAD HOMBURG. Der altrömische Grenzwall Limes ist auf die begehrte Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen worden. Die historische Stätte befindet sich nun in illustrer Gesellschaft: Zum Weltkulturerbe zählen etwa die Chinesischen Mauer, der Taj Mahal in Indien und die Galapagos Inseln. Doch viel ist nicht bekannt über Europas größtes archäologisches Denkmal. Es lohnt der Blick auf die Historie.

Limes war Grenzwall, Verteidigungslinie und Wirtschaftsgrenze der Römer. 542 Kilometer schlängelte er sich durch Süddeutschland vom Rhein zur Donau. Er führte über Berge und Ebenen, von Rheinbrohl bei Koblenz bis nach Eining bei Regensburg. Zwischen Rheinland-Pfalz und Ostwürttemberg bestand der Limes aus einem Wall samt Graben und einer Palisadenwand, von dort bis Bayern aus einer Steinmauer.

Die Verteidigungsfunktion der Anlage war offensichtlich: Entlang des Limes reihten sich rund 100 Kastelle und etwa 900 Wachtürme. Um Blickkontakt zueinander halten zu können, standen die Türme im Abstand von einigen hundert Metern. Die Verbindungen zwischen den auch von Zivilisten bewohnten Militärplätzen und dem Hinterland schufen eigens angelegte Militärstraßen. Kaiser Domitian (81-96 n.Chr.) war auf die Idee gekommen, eine zusammenhängenden Grenzbefestigung zu schaffen, die zugleich als Kulturschneise wirkte.

Zwischen 213 und 260 stürmten germanische Truppen den "Teufelswall" und überfielen das angrenzende Gebiet: Die Vertreibung der Römer begann. Als die Vandalen 409 den Rhein überschritten, war die römische Herrschaft endgültig beendet. Der Limes verfiel.

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