Literatur
Büchner-Preis für Josef Winkler

Der österreichische Schriftsteller Josef Winkler („Menschenkind“) erhält den Georg-Büchner-Preis 2008. Der Schriftsteller, der sich in seinem Werk unter anderem mit seiner beengten Kindheit als Sohn einer patriarchalisch-konservativen Bauernfamilie in Kärnten befasste, wird den Preis am 1. November in Darmstadt entgegennehmen.

HB DARMSTADT. Der österreichische Schriftsteller Josef Winkler erhält den diesjährigen Georg-Büchner-Preis. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Winkler, der sich in seinem Werk unter anderem mit seiner beengten Kindheit als Sohn einer patriarchalisch-konservativen Bauernfamilie in Kärnten befasste, habe „auf die Katastrophen seiner katholischen Dorfkindheit mit Büchern reagiert, deren obsessive Dringlichkeit einzigartig ist“, zitierte die Akademie aus der Begründung der Jury.

Der Büchner-Preis gilt als der bedeutendste deutsche Literaturpreis. Er ist mit 40 000 Euro dotiert und wird am 1. November 2008 in Darmstadt verliehen.

Die Akademie erklärte, was Winkler seit seinem ersten Roman „Menschenkind“ aus dem Jahr 1979 in einer barock-expressiven Sprache immer neu anklage, bilde zugleich „das produktive Element einer Hassliebe, in der Blasphemie und Frömmigkeit, Todessehnsucht und Todesangst sich zu einem bewegenden Abgesang auf eine untergehende Welt vereinen“. Winklers neuere Bücher erweiterten, nach der eindringlichen Beschreibung der Erfahrung Roms (“Friedhof der bitteren Orangen“, „Natura Morta“) seinen dichterischen Kosmos noch um die fremde Nähe Indiens.

Winkler wurde am 3. März 1953 als Bauernsohn in Kärnten geboren. Seit 1982 arbeitet er als freier Schriftsteller und lebt heute in Klagenfurt. Im Sommersemester 2007 hatte er die Poetikdozentur an der Universität Frankfurt inne. Winkler wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

Der Georg-Büchner-Preis wird seit 1951 vergeben. Geehrt werden Autoren, die „durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten und die an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben“, wie es in der Satzung heißt. Bekannte bisherige Preisträger sind Erich Kästner, Max Frisch, Günter Grass, Heinrich Böll und Elfriede Jelinek. Im vergangenen Jahr hatte die Verleihung des Büchner-Preises an den Frankfurter Schriftsteller Martin Mosebach Diskussionen ausgelöst.

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