Literatur-Nobelpreis 2014
Der Ritterschlag der Schriftsteller

Er ist der begehrteste Literaturpreis weltweit, der Preisträger soll „das Vorzüglichste in idealistischer Richtung geschaffen“ haben: Die Verleihung des Nobelpreises für Literatur steht kurz bevor und folgt alten Regeln.
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StockholmDer Nobelpreis für Literatur gilt als begehrteste und wichtigste literarische Auszeichnung der Welt und wird seit 1901 fast jährlich vergeben. Stifter ist der schwedische Industrielle Alfred Nobel (1833-1896). Nach dem Willen des Unternehmers, der selber Gedichte und Dramen verfasste, soll das ausgezeichnete Werk von hohem literarischen Rang sein und dem Wohle der Menschheit dienen. Der Literaturnobelpreis wird jeweils am 10. Dezember, Nobels Todestag, in Stockholm überreicht. Er ist wie die anderen Nobelpreise mit 8 Millionen Schwedischen Kronen (rund 880.000 Euro) dotiert.

Bisher jüngster Literaturnobelpreisträger war 1907 mit 42 Jahren Rudyard Kipling („Das Dschungelbuch“), älteste Preisträgerin 2007 mit 88 Jahren die 2013 gestorbene Doris Lessing („Das goldene Notizbuch“).

Zusammensetzung und Arbeitsweise der Sprach-Akademie richten sich nach Regeln, die auf die Gründung des Gremiums 1786 zurückgehen. Die Akademie hat normalerweise 18 Mitglieder – derzeit ist ein Sitz noch frei. Sie werden von der Akademie selbst auf Lebenszeit gewählt

Bis zur endgültigen Abstimmung über einen Preisträger liegt die Hauptarbeit beim Nobelkomitee mit fünf Mitgliedern. Es wird für drei Jahre gewählt. Zurzeit gehören dazu: Per Wästberg (80) als Vorsitzender, die Schriftsteller Horace Engdahl (65), Kjell Espmark (84), Katarina Frostenson (61) und Kristina Lugn (65). Über die Beratungen für den Nobelpreis muss 50 Jahre Stillschweigen bewahrt werden.

Die Auswahl der Kandidaten verläuft schrittweise. Zuerst lädt das Nobelkomitee 600 bis 700 Personen oder Organisationen per Brief dazu ein, geeignete Literaten für das kommende Jahr vorzuschlagen. Empfehlungen können aber auch ehemalige Preisträger, Sprach- und Literaturwissenschaftler, wissenschaftliche Einrichtungen und Autorenorganisationen abgeben. Niemand darf sich selbst benennen.

Spätestens bis zum 31. Januar müssen die Vorschläge in Stockholm vorliegen. Für 2014 gab es nach Angaben der Organisatoren 210 gültige Vorschläge. Das Nobelkomitee erstellt Namenslisten, die in der Akademie schließlich auf fünf Kandidaten reduziert werden. Jedes Akademie-Mitglied - darunter schwedische Schriftsteller, Linguisten, Historiker und andere - beschäftigt sich dann mit dem Werk der Nominierten und erstellt Berichte. Anfang Oktober wird der Preisträger durch Wahl bestimmt. Er muss mehr als die Hälfte der Stimmen bekommen. Das Geld für die Nobelpreise stiftete der Chemiker, Erfinder und Multimillionär Alfred Nobel (1833-1896).

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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