Literatur
Olga Martynova erhält Ingeborg-Bachmann-Preis

Große Auszeichnung für eine Autorin zwischen den Kulturen: Die russische Essayistin Olga Martynova darf sich mit dem diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis schmücken. Ihr Text wirkt nur auf den ersten Blick profan.
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KlagenfurtDie aus Russland stammende Lyrikerin und Essayistin Olga Martynova erhält den diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis. Es sei zu einer Stichwahl zwischen Matthias Nawrat und Martynova gekommen, in der zweiten Abstimmungsrunde habe sich Martynova mit ihrem Text "Ich werde sagen 'Hi' " durchgesetzt, wie die Veranstalter am Sonntag mitteilten. Seit Donnerstag hatten 14 Autoren ihre noch unveröffentlichten Texte vorgestellt. Der Hauptpreis der 36. "Tage der deutschsprachigen Literatur" ist mit 25.000 Euro dotiert.

Die Laudatio hielt Juror Paul Jandl, der Martynova vorgeschlagen hatte. "Muss man bei Adam beginnen, um zu erklären worum es in der Literatur geht? Man muss nicht, aber man kann. Die Gartenpforte, das Hintertürchen ins Paradies ist die Literatur", sagte Jandl. In Martynovas Erzählung ginge es um eine Kindheit, die ende, und "um die Sinnlichkeit gut gefüllter Damenstrümpfe". Martynova sei eine große Schriftstellerin.

Martynova, die sowohl Texte auf Russisch als auch auf Deutsch schreibt, verließ Anfang der 1990er Jahre ihre Heimat Russland und zog nach Deutschland. Sie lebt heute in Frankfurt am Main und verfasst unter anderem Beiträge für die Wochenzeitung "Die Zeit" sowie die Tageszeitungen "Frankfurter Rundschau" und "Neue Zürcher Zeitung".

Der Ingeborg-Bachmann-Preis gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Literatur im deutschsprachigen Raum. Er wird seit 1977 vergeben. Gestiftet wurde die Auszeichnung von der österreichischen Stadt Klagenfurt im Gedenken an die 1973 verstorbene, aus Klagenfurt stammende Schriftstellerin und Lyrikerin Ingeborg Bachmann.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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