London: Spitzengraphiken erzielen Auktionsrekorde

London
Spitzengraphiken erzielen Auktionsrekorde

Ein verschwiegener Sammler hat Sotheby's die stärkste Graphikaution seiner Geschichte beschert. Eine wichtige Sammlung von Picasso-Drucken brachte das Doppelte der Schätzung ein. Auch Blätter von Munch erlösten hohe Preise – Max Beckmanns Werke dagegen schnitten vergleichsweise schlecht ab.
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LONDON. Mit einem Umsatz von über 8,9 Mio. Pfund hatte Sotheby’s die stärkste Graphikauktion seiner Geschichte – dank der laut Auktionshaus „wichtigsten Sammlung von Picasso-Drucken seit Jahrzehnten“. Ein verschwiegener europäischer Sammler hatte 58 Arbeiten eingeliefert, alle in den letzten zehn, zwölf Jahren erworben. Mit 6,5 Mio. Pfund brachten sie das Doppelte der zurückhaltenden Schätzungen.

Einen Auktionsrekord für eine Picasso-Graphik erzielte die 1935 mit vielen Überarbeitungen entstandene „Minotauromachie“ im siebten und letzten Zustand – Picassos wichtigste Graphik. Wenig mehr als 60 Blätter sind bekannt, die meisten inzwischen in Museen.

Es gab für diese Radierung schon manche heroische Transaktion. Der New Yorker Händler David Tunick bezahlte 1990 bei Kornfeld 1,5 Mio. Dollar für ein Blatt, das der teuerste Druck im Auktionsgeschäft war, bis Streit um die Signatur entbrannte. 1994 erwarb das Berliner Kupferstichkabinett für 1,5 Mio. DM ein Blatt von dem Berliner Händler Wolfgang Wittrock, 2008 verkaufte der Londoner Spezialist Fred Mulder auf der New Yorker Print Fair ein Exemplar für 3,5 Mio. Dollar.

Picassos „Minotauromachie“ kostete 1,3 Mio. Pfund

So gesehen war der Preis von 1,3 Mio. Pfund (2 Mio. Dollar oder 1,5 Mio. Euro) keineswegs exorbitant. Das Blatt stammt aus der Sammlung Marina Picasso, hat den Nachlassstempel, ist aber nicht signiert. Die Schätzung hatte bei nur 400 000 bis 600 000 Pfund gelegen.

Zweites Topstück war „La Femme qui pleure“ von 1937, von dem es nur 15 Exemplare gibt. Bei einer Schätzung von 500 000 bis 700 000 Pfund brachte es 1,1 Mio. Pfund (1,3 Mio. Euro).

„Repas frugal“ aus der kleinen Luxusedition kostete maßvolle 133 250 Pfund – es stammte aus der 2003 von C.G. Boerner weitergereichten Sammlung des Chicagoer Händlers Richard Harris, aus der dann auch zwei von Kennern geschätzte Prüfdrucke von 1953 mit Françoise-Gilot-Porträts stammten – „La Femme à la fenêtre“ (229 250 Pfund) und „L’Egyptienne“ (157 250 Pfund). Christie’s hatte am Tag zuvor einen Abzug dieser Arbeit für 133 250 Pfund verkauft. Der berühmte Farb-Linoldruck „Jeune Fille d’après Cranach“ kostete 265 250 Pfund.

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