London Zeitgenossen-Auktionen
Kunstrausch oder Double Dip?

Die Londoner Auktionen zeitgenössischer Kunst sind ein Markttest. Kommt es zum Durchbruch oder bleibt die Gegenwartskunst am Boden? Das Angebot ist umfangreicher als im Vorjahr; die Preise mutiger.
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LONDON. Hinter der Freude auf die Londoner Frieze Woche steht die Angst vor dem "Double Dip". "Wir wissen nicht wirklich, wie die wirtschaftliche Situation ist", bekennt Christie's Contemporary Experte Francis Outred. Aber die Auktionshäuser scheinen entschlossen, es herauszufinden. Obwohl die Frühsommerauktionen zögerlich waren, sind die Auktionen mit Gegenwartskunst doppelt so umfangreich wie im Vorjahr und mutiger im Preisniveau und in der Breite des Angebots.

Die Preise für Damien Hirst sollen hochgepäppelt werden

Am kühnsten ist das riesige "Butterfly Painting" bei Christie's, der wichtigste Damien Hirst seit dem Crash unmittelbar nach der legendären "Beautiful"-Auktion" von 2008. Das über fünf Meter breite Bild von 2005 ist auf 2,5 bis 3,5 Mio, Pfund geschätzt und soll beweisen, dass Hirsts Preise wieder hochgepäppelt werden können. Aber 2007 kostete ein gleichgroßes Format bei Phillips de Pury auf dem Höhepunkt der Preisspirale 4,7 Mio. Pfund.

Wettbewerb um das Geld der Kunden

Christie's untere Schätzung für 51 Lose der Abendauktion ist 16 Mio. Pfund, Sotheby?s hat 40 Lose für 10 Millionen Mindestschätzung. Topangebot ist Warhols "Diamond Shoes" von 1980 in einer besonders leuchtenden Version, die mit 1,3 bis 1,6 Mio. Pfund auf Höchstniveau für das Motiv angesetzt ist.

Lange nicht war der Wettbewerb um das Geld der Kundschaft so hart. Noch am Abend der Frieze Eröffnung wird Phillips de Pury am 13. Oktober den Kampf mit seiner Abendauktion eröffnen. Gleich danach kann man zu Sotheby's ziehen, wo "Jerry Hall and the Directors of Sotheby's" zur Party einladen.

Die Auerbach-Bilder von Jerry Hall

Jerry Halls von Lucian Freund freundschaftlich gemalter, postkartenwinziger Schwangerschaftsakt ist auf 300/400.000 Pfund taxiert. Gewichtiger aus ihrer eher nebensächlichen Sammlung ist ein frühes Porträt von Frank Auerbach mit 700.000 bis 900.000 Pfund, das zweitteuerste Los der Auktion. Die Preise für Auerbach sind in den letzten Jahren stark gestiegen.

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