Los Angeles
Fragliche Fusion

Die Fusion der beiden großen Museen in Los Angeles wird immer wieder diskutiert und fallen gelassen. Jetzt soll das Stiftungsvermögen des unterfinanzierten Museum of Contemporary Art angehoben werden.
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New YorkFusion oder doch nicht? Als Michael Govan, Direktor des Los Angeles County Museum of Art (LACMA), am 7. März bekannt gab, dass er mit dem seit Jahren unterfinanzierten Museum of Contemporary Art (MOCA) eine Fusion diskutiere, schien MOCAs Schicksal besiegelt. Das 1979 gegründete MOCA besitzt eine der besten Sammlungen zeitgenössischer Kunst ab 1940, dagegen sammelt LACMA,  das größte Museum im Westen der USA, eine ganze Bandbreite internationaler Kulturen von der Antike bis zur Gegenwart.  

„Umfang und gemeinsame Zielsetzung einer vereinten größeren Institution würden Stabilität,  Vertrauen und Chancen für Schenkungen bringen. Jede Einrichtung könnte ihren individuellen Charakter und damit das Potential bewahren, verschiedene Zielgruppen anzusprechen”, so Govan Anfang des Monats. Dieser Vorschlag kam nicht überraschend, er war schon im Jahr 2008 angedacht worden.

Kunstsammler als Museumsretter

Damals sprang aber der einflussreiche Milliardär Eli Broad,MOCAs Founding Chairman und Lifetime Trustee, finanziell ein. Allerdings unter Auflagen. Viel versprach man sich schließlich von der Berufung des New Yorker Galeristen Jeffrey Deitch als Direktor im Juni 2010. Aber der von Anbeginn glücklose Deitch geriet in den letzten Monaten immer mehr ins Schleudern. Von ihm angeregte Ausstellungen in den drei Niederlassungen des Museums, wie etwa Fotografien des Schauspielers Dennis Hopper oder Straßenkunst, brachten im vergangenen Jahr zwar 400.000 Besucher, wurden aber als zu populistisch kritisiert. Als im Juni gar der beliebte langjährige Oberkurator Paul Schimmel das Museum verließ, traten empört sieben Vorstandsmitglieder zurück.

Stiftungsvermögen erhöhen

Aber nun will MOCA doch unabhängig bleiben. Wie der Museumsvorstand diese Woche bekannt gab, will man lieber das Stiftungsvermögen substantiell aufstocken. „Gleichzeitig verfolgen wir alle strategischen Möglichkeiten, den Interessen der Institution und der Gemeinschaft zu dienen“, so die Presseerklärung. Dem 43-köpfigen MOCA-Vorstand gehören neben Mitgliedern der Unterhaltungsindustrie auch vermögende internationale Megasammler an wie Steven A. Cohen, Peter M. Brant, Laurence Graff, Eugenio Lopez, Daniel S. Loeb und  Viktor Pinchuk.

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