„Madame La Suire“
Raubkunst im Kunsthaus Zürich entdeckt

Aus dem Kunsthaus in Zürich ist das Porträt „Madame La Suire“ gestohlen worden. Das Gemälde von Albert von Keller ist rund 8000 Euro wert.
  • 0

GenfIm Kunsthaus Zürich ist ein Gemälde aus dem Besitz der von den Nationalsozialisten vertriebenen jüdischen Berliner Familie Sommerguth entdeckt worden. Es handele sich um das 1887 vom Schweizer Künstler Albert von Keller (1844-1920) gemalte Porträt „Madame La Suire“, sagte ein Museumssprecher am Dienstag und bestätigte damit entsprechende Schweizer Medienberichte. Das Gemälde ist heute etwa 8000 Euro wert.

Beim ursprünglichen Eigentümer des Bildes handelte es sich den Angaben zufolge um Alfred Sommerguth, den Mitdirektor des deutschen Tabakherstellers Loeser & Wolff. Sommerguth verfügte über eine Kunstsammlung von 106 Gemälden, die ihm nach der Machtergreifung der Nazis geraubt und 1939 versteigert wurden. Sommerguth floh 1941 im Alter von 82 Jahren von Berlin nach Kuba und starb 1950 in bitterster Armut in New York. Seine Frau Gertrude starb vier Jahre später.

Das Keller-Gemälde wurde 2009 durch Zufall von US-Restitutionsforschern bei einer Ausstellung über den Künstler im Kunsthaus Zürich entdeckt. Das Museum erklärte, das Gemälde 2006 als Schenkung von der Witwe des Schweizer Sammlers Oskar Müller erhalten zu haben. Die Sommerguth-Erben überließen das Bild dem Museum, verlangten aber das Aushängen einer Plakette, auf der die Herkunft sowie der Raub des Bildes dokumentiert sind. Dem Museum zufolge laufen derzeit Ermittlungen zur Herkunft von zwei weiteren Bildern der Müller-Sammlung. Aus der Sommerguth-Sammlung war bereits 2008 ein anderes Gemälde in einem Katalog des Auktionshauses Sotheby's aufgetaucht.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " „Madame La Suire“: Raubkunst im Kunsthaus Zürich entdeckt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%