Maier & Co. Fine Art
Interessenkonflikte nicht in Sicht

Das Kölner Auktionshaus Van Ham und der Kunsthändler Thomas Maier wollen in Zukunft zusammenarbeiten. In der Stuttgarter Innenstadt eröffnen sie Anfang September eine Repräsentanz.  
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Die deutschen Umschlagplätze für den Handel mit Alter Kunst kämpfen seit drei Jahrzehnten mit den Folgen eines tief greifenden Geschmackswandels. Zu den Verlierern gehören jedoch nicht die führenden Auktionshäuser, sondern in erster Linie die Händler. Wer von ihnen überleben und eine Zukunft haben will, muss neue Geschäftsideen entwickeln. Das gilt selbst für diejenigen unter ihnen, die dort ansässig sind, wo auch starke Versteigerer sitzen, zum Beispiel in Köln oder in München.

Stuttgart, die Landeshauptstadt des reichen Bundeslandes Baden-Württemberg, verfügt nicht über eine vergleichbare Infrastruktur. Daran soll sich in Zukunft etwas ändern. Anfang September eröffnen das Kölner Auktionshaus Van Ham und die Kunsthandlung Maier & Co. Fine Art eine Repräsentanz in lebhaft frequentierter Innenstadtlage.

Schritt zu mehr Sichtbarkeit

Der Wille, sich weiter zu entwickeln, hat die beiden seit langem einträchtig zusammenarbeitenden Geschäftspartner zusammengeführt. Van Ham möchte nach der gut überstandenen Finanzkrise seine Präsenz und Kundenbasis im süddeutschen Raum stärken. Außerdem will Van Ham-Chef Markus Eisenbeis an seine noch jüngst erzielten Erfolge mit Malerei des 19. Jahrhunderts anknüpfen und das Feld weiter ausbauen.

Auch für Thomas Maier, der sich mit Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts einen Namen gemacht hat, ist die Kooperation mit Van Ham ein Schritt zu mehr Sichtbarkeit, namentlich in der deutschen Öffentlichkeit. Bisher verband sich mit seiner Kunsthandlung lediglich ein vor allem in ausländischen Kunstkreisen bekanntes „Expertenkabinett“ im ersten Stock auf der Schwabstraße im Stuttgarter Westen. Nun wird Maier zusätzlich ein Showroom zur Verfügung stehen, den er zur Eröffnung mit einem Querschnitt zum Thema „Barbizon, Impressionist and Modern Art“ bespielen will.

Kooperation hat Tradition

Die Kooperation von Händlern und Auktionatoren hat bereits eine längere, wenn auch weniger offensiv kommunizierte Geschichte. Von außen betrachtet scheinen beide Geschäftsmodelle getrennte Wege zu gehen. Hinter den Kulissen aber wird längst ordentlich zusammengearbeitet. Ein Vorbild liefert in Deutschland die Zusammenarbeit der Galerie Utermann in Dortmund mit dem Berliner Auktionshaus Villa Grisebach. Hier muss man allerdings auch wissen, dass Wilfried Utermann 1986 zu den Mitbegründern von Grisebach gehörte.

Interessenkonflikte sehen weder Thomas Maier noch Markus Eisenbeis auf sich zukommen. „Wir versuchten, welche zu finden und haben keine gefunden“, sagt Maier, der die Repräsentanz unter dem Dach seiner OHG führen wird. Markus Eisenbeis und er hätten sich diese Frage gleich zu Beginn ihrer Gespräche gestellt. Für Eisenbeis ist „Vertrauen die Basis“. Leitend sei die Frage: „was will der Kunde?“ Das passt zu seiner mutigen Forderung, die er im Mai 2011 auf einer Tagung des Deutschen Kunsthandelsverbands (DK) zu den Sorgfaltspflichten des Kunsthandels vortrug: „Mein Credo lautet: offen mit Preisen umzugehen“. Gegen Transparenz zu kämpfen, sei wie ein „Kampf gegen Windmühlen“.

Expertentag in Stuttgart 

Ansprechpartnerin in der neuen Repräsentanz ist ab sofort neben Thomas Maier die Kunsthistorikerin Anja Gebauer, Expertin für Kunst des 19. Jahrhunderts und ehemalige Mitarbeiterin der Berliner Galerie Brusberg. Zusätzlich werden zu ausgewählten Expertentagen die Mitarbeiter von Van Ham für Beratung und Begutachtung bereitstehen.

Expertentag am Freitag, den 9. September von 11 bis 15 Uhr, bei Maier & Co. Fine Art, Eberhardtstraße 6 in Stuttgart. Um Anmeldung wird gebeten unter 0711/51890710.

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