Maler und Lehrmeister
Rembrandts Lehre - Rembrandt als Lehrer

Rembrandt sollte kein Maler werden. Seine Eltern hatten sich eine akademische Laufbahn für ihren Sohn gewünscht. Rembrandt selbt verspürte keinerlei Lust dazu und schließlich schickten ihn seine Eltern im Alter von 15 Jahren zu dem Maler Jacob van Swanenburgh in die Lehre.

HB AMSTERDAM. Etwa 1625 machte Rembrandt mit seinem Freund und Kollegen Jan Lievens ein Atelier in Leiden auf, schnell kamen Aufträge herein, Porträts für wohlhabende Menschen aus Amsterdam. Selbst der Statthalter - faktisch das Staatsoberhaupt - schickte seinen Sekretär Constantijn Huygens zu den Aufsehen erregenden jungen Malern. Der pries deren Arbeit, verstand aber nicht, dass sie nicht wenigstens ein Mal nach Italien reisten, wie es sich für einen Künstler damals gehörte.

„Sie sagen, dass sie dafür keine Zeit haben“, erzählte Huygens. „Und dass die besten italienischen Kunststücke außerhalb Italiens zu finden seien.“ Hier zeigt sich das Selbstbewusstsein Rembrandts, dessen Lebenskreis sich tatsächlich auf Leiden und dann auf Amsterdam beschränkte. Er war früh überzeugt, dass er sich mit den ganz Großen messen, sie vielleicht übertreffen konnte. Dass das nicht unberechtigt war, zeigt auch die Tatsache, dass ihm die Schüler scharenweise zuliefen, obwohl er einer der teuersten Lehrer war. Ein halbes Jahr Unterricht bei dem Meister kostete 50 Gulden - viel Geld bei einem Durchschnittseinkommen von 300 Gulden im Jahr. Aber eine Ausbildung bei Rembrandt half der Karriere, und etliche seine Schüler wurden selbst sehr bekannt.

Wie andere Maler auch, ließ Rembrandt die Lehrlinge oft seine eigenen Werke kopieren. Wie gut sie waren, erzählt Aernout Hagen vom Rembrandthaus, dem jetzigen Museum und früheren Wohnhaus des Künstlers in Amsterdam: „Einmal malten sie eine Münze auf den Boden - so echt, dass Rembrandt sie aufheben wollte.“ Auch die Kopien seiner Gemälde gelangen häufig so gut, dass Experten zum Teil bis heute Mühe haben, zwischen echten und falschen Rembrandts zu unterscheiden.

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