Marc Ladreit de Lacharrière: Aus dem Füllhorn eines Milliardärs

Marc Ladreit de Lacharrière
Aus dem Füllhorn eines Milliardärs

Der französische Unternehmer Marc Ladreit de Lacharrière, hat eine Schwäche für hochwertige Stammeskunst. Zugleich ist der Lenker der Finanzgruppe Fimalac ein großzügiger Mäzen. Von seinen Gaben haben bereits Schüler, die Bevölkerung von Bosnien-Herzegowina und diverse Museen profitiert.
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ParisWenn der 76-jährige Milliardär Marc Ladreit de Lacharrière nicht gerade über seine Finanzgruppe Fimalac (für Financière Marc de Lacharrière) zusätzliche Millionenbeträge anhäuft, bei Tribal Art-Auktionen Topzuschläge für Spitzenobjekte bezahlt, oder moderne und zeitgenössische Kunst der zweiten Kategorie erwirbt, dann vergibt der erfolgreiche Unternehmer Kultur-Preise. Den von ihm gestifteten Fotopreis überreichte er kürzlich in der Académie des Beaux Arts, deren Mitglied er ist.
Als weiteres Aktionsfeld dient de Lacharrière das Pariser Museum für Stammeskunst, Musée du Quai Branly-Jacques Chirac. Dort vergab er am 24. November 2016 im Namen der Fondation Chirac und seiner eigenen, vor zehn Jahren gegründeten Unternehmensstiftung Fondation Culture & Diversité den „Kulturpreis für den Frieden“ an den Chor Pontanima (wörtlich Seelenbrücke), zugunsten der Bevölkerung von Bosnien-Herzegowina. Ein vornehmer Mönch in blauer Kutte nahm den Preis in Empfang. Mit der Wahl von François Fillon zum Präsidentschaftskandidaten, den der Entscheider de Lacharrière seit langem unterstützt, ist die katholische Kirche wieder angesagt.

Am Abend des 23. Novembers strömte die Pariser Society ins Musée du Quai Branly-Jacques Chirac. Dort zeigt Marc de Lacharrière erstmals Teile seiner – in den letzten zwölf Jahren angekauften – Tribal Art-Sammlungm, welche die Kuratorin Hélène Joubert mit unglücklicher Hand mit Gemälden von Pierre Soulages, Hans Hartung, Peter Halley, Maria Helena Vieira da Silva und einem Ölbild von Marc Chagall vermischte. Sie fand sie im „Schlafzimmer des Sammlers“, wie sie erläuterte.
Am Ausstellungsplakat der „Eclectique“ betitelten Schau sieht man eine wunderbar dunkle Fang-Reliquien-Statue mit ritueller Kruste. Sie wurde von der pensionierten Händlerin Hélène Leloup vor drei Jahren auf einer Sotheby's-Auktion für 1,4 Millionen Euro erworben. „Ich nehme keinen Cent dafür“ behauptet die für de Lacharrière steigernde ehemalige Galeristin, die dem Sammler einige gute afrikanische Objekte aus ihren Restbeständen abtrat. Darunter die bedeutende Skulptur einer Hirse-Stampferin des Stammes Dogon (Gabun).

Lacharrières Vorliebe gilt figurativen Darstellungen. Für die afrikanischen investierte der Financier mehrere Millionen Euro. Er umgibt sich auch gerne mit griechisch-römischen Plastiken, die er als jahrelanger Großmäzen des Louvre für sich entdeckte. Dank der (mit seinen Fimalac-Dividenden finanzierten) Fondation Culture & Diversité ermöglicht er vielen Jugendlichen aus den Vorstädten den Zugang zu höheren Schulen. Alljährlich lädt die Stiftung in ein Pariser Theater ein. Staatspräsident François Hollande und der franko-marokkanische Komiker Jamel Debbouze befinden sich immer unter den Zuschauern.
De Lacharrières Vermögen schnellte im französischen Vermögensranking der Zeitschrift „Challenge“ vom 50. Platz vor sechs Jahren auf Platz 32 (mit 2,25 Milliarden Euro) in diesem Jahr. Er hilft, wo er kann. Seine Großzügigkeit wird einhellig als Charakterzug hervorgehoben: Sei es von seinem beratenden Tribal Art-Galeristen Alain de Monbrison, dem Ehepaar Monique und Jean-Paul Barbier-Mueller oder vom Leiter des Musée du Quai Branly, Stéphane Martin. Letzterer wartet geduldig, dass de Lacharrières Sammlung als Schenkung in sein Museum übergeht.

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