Kultur + Kunstmarkt
Mark Lanegan Band: Düsternis und Melancholie

Seine Solokarriere hatte Ex-Screaming Trees-Sänger und vorübergehendes Queens Of The Stone Age-Mitglied Mark Lanegan lange Zeit etwas schleifen lassen, bis Ende vergangenen Jahres die EP „Here Comes That Weird Chill...“ herauskam - und große Erwartungen weckte.

dpa HAMBURG. Seine Solokarriere hatte Ex-Screaming Trees-Sänger und vorübergehendes Queens Of The Stone Age-Mitglied Mark Lanegan lange Zeit etwas schleifen lassen, bis Ende vergangenen Jahres die EP „Here Comes That Weird Chill...“ herauskam - und große Erwartungen weckte.

Und das vor kurzem erschienene Album „Bubblegum“ enttäuscht diese Hoffnungen nicht. Mit seinen neuen Songs im Gepäck, gewohnt düster und voller Melancholie, die sparsam instrumentiert mehr auf Atmosphäre als auf Virtuosität setzen, kommt Mark Lanegan mit seiner Band für einige Konzerte jetzt nach Deutschland.

Seine selbstzerstörerische Phase hat der Musiker einigermaßen hinter sich gebracht, nur noch 40 Camel ohne Filter am Tag erinnern an einst extrem exzessive Zeiten. Geblieben aber ist diese einzigartige Stimme. Noch immer steckt in Lanegans beeindruckend tiefer und rauer Stimme der Schmerz des Gescheiterten - und auch die Stärke des Geläuterten. Und immer wieder läuft es einem eiskalt den Rücken hinunter.

Von sorgloser Freundlichkeit ist aber auch in den neusten Songs nichts zu spüren. Einen kleinen Richtungswechsel gibt es im Vergleich zu Lanegans früheren Alben auf „Bubblegum“ aber durchaus zu verzeichnen: Zum einen hat er mit der neuen Bezeichnung Mark Lanegan Band die Eigenbrötler-Haltung vorübergehend zu den Akten gelegt, zum anderen manifestiert sich Lanegans Zeit mit den Queens Of The Stone Age deutlich in einem rockigeren und ungestümeren Ansatz.

Mit seinem letzten Solo-Album „Field Songs“ habe er alles erreicht, resümiert Mark Lanegan. Mit „Bubblegum“ habe er nun etwas anderes machen wollen, nicht wieder eine neue stille Platte, sondern ein Rock-Album. Ganz zu Ende geht Mark Lanegan den Weg zum Ziel Rock dann aber doch nicht - zum Glück: Neben fast schon breitbeinigem Bluesrock wie „Metamphetamine Blues“ und „Driving Death Valley Blues“ und dem garstigen „Sideways In Reverse“ finden sich auch wieder eher kontemplative Stücke, in denen Mark Lanegan zwar nicht mehr ganz so herzblütig den einsamen Verzweifelten gibt, aber doch die stets düstere, ziemlich bedrückende Faszination aufschichtet, die den Reiz seiner Musik jenseits der Screaming Trees über die Jahre ausmachte.

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