Marrakesch Art Fair
Mutige Messe unter afrikanischer Sonne

Ein Ballsaal und ein Zelt sind die Schauplätze der ersten afrikanischen Messe für zeitgenössische Kunst. Die Marrakesch Art Fair kam gut an. Junge marrokanische Geschäftsleute, die ausländischen Villenbesitzer und die französische High Society waren in Scharen angereist.
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MARRAKESCH. Die erste Messe für zeitgenössische Kunst in Afrika, die "Marrakesch Art Fair", war ein Volltreffer. 31 Aussteller kamen, um vom 8. bis 11. Oktober unter einem Zelt und in einem Ballsaal ihr Angebot auszubreiten. Die Teilnehmer reisten aus dem Maghreb, Dubai und aus Europa an. Einzige deutsche Teilnehmerin war die Berliner Galeristin Caprice Horn. Ansonsten beteiligten sich viele Top-Galerien aus Paris und der Belgier Guy Pieters.

In Marrakesch trifft sich der Jet-Set

Die "ziegelrote Stadt" Marrakesch ist ein Ferien-Mythos. Hier genießt der Jet-Set im Herbst und Winter die sommerlichen Temperaturen. Yves Saint Laurent und Pierre Bergé erwarben 1980 den "Majorelle-Garten", eine Touristen-Attraktion, die der orientalistische Maler Jacques Majorelle anlegte. Vermögende Ausländer kaufen Häuser im Stadtkern oder lassen sich von Architekten im Grüngürtel stupende Avantgarde-Bauten errichten. Diese bestücken sie mehr und mehr mit zeitgenössischer Kunst, manchmal auch mit Art Déco-Möbeln. Das konnte man bereits bei der Versteigerung des Mobiliars aus dem Luxushotel "La Mamounia" durch den Pariser Auktionar Claude Aguttes beobachten.

Zielgruppe sind zunächst einmal die reichen Ausländer

Die reichen Ausländer sind die erste Zielgruppe der neuen Kunstmesse, dicht gefolgt von der französischen High Society. Sie reiste wie erwartet in Massen an - mit der Bereitschaft, spontan zu kaufen. Auch die jungen Marokkaner aus den Wirtschaftszentren Casablanca und Rabat, die ihr Wochenende in den luxuriösen Hotels von Marrakesch verbringen, haben die Messe besucht.

Messeorganisatoren sind der 33-jährige Hisham Daoudi und seine Frau Zineb. Sie betreiben seit acht Jahren in Casablanca ein Auktionshaus mit einem Jahresumsatz von zirka 10 Mio. Euro. Darüber hinaus geben sie eine Zeitschrift für zeitgenössische Kunst heraus. Ihr Berater, der ehemalige Direktor des Pariser islamischen Museums "Institut du Monde arabe", Brahim Alaoui, riet ihnen zur Auswahl von Galerien, deren Programm bereits die Künstler des Maghreb einschließt.

Afrika bestimmt das Profil der Messe

Daoudi und Alaoui legen großen Wert auf die Verankerung der Messe im gesamten afrikanischen Kontinent, um ihr ein spezifisches Profil zu geben. Darauf achtete auch ihr kulturelles Begleitprogramm. Es gab einen guten Einblick in die afrikanische Kunstszene.

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