Martin Moeller-Pisani
Forscherglück auf dem Dachboden

Spürsinn und Forschergeist – das sind zwei wesentliche Eigenschaften des Hamburger Kunsthändlers Martin Moeller-Pisani. Etwas Glück braucht er auch. Seinen jüngsten Fund tätigte er auf einem Dachboden. Ein Blick hinter die Kulissen seines Hamburger Kunsthandels.
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HamburgOrte prägen Menschen. Bei dem Kunsthändler Martin Moeller-Pisani war es die Hertziana in Rom. Dort, am deutschen Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, einem der bedeutendsten kunsthistorischen Forschungsinstitute überhaupt, hat er ein Jahr intensiv studiert -zusätzlich zu seinem Medizinstudium. Seit diesem Aufenthalt zählt für den Doppelbegabten nicht nur die italienische Zeichenkunst, sondern vor allem die Architekturzeichnung des 18. und 19. Jahrhunderts zu seinem Faible und das Handeln mit diesen kostbaren Werken zu seiner Profession.

Dabei machen schon längst nicht nur Architekturzeichnungen, sondern das ganze breite Spektrum der Zeichenkunst sein feines Angebot aus. Es beginnt bei den Altmeistern und reicht bis zu den Impressionisten und den Expressionisten des frühen 20. Jahrhunderts. Mit kleinen Ausstellungen in seinen Privaträumen hat Moeller-Pisani angefangen, vorsichtig tastend. Das war vor gut 20 Jahren. Der erste Katalog entstand 1991. Mittlerweile zählt er zu der Equipe der wenigen wichtigen Händler von Zeichnungen und Aquarellen in Deutschland, die auch international renommiert sind.

Brillieren mit Menzel

Sein Programm zeigt Moeller-Pisani regelmäßig in den eleganten Räumen der Hamburger Johnsallee und auf einigen ausgewählten Messen. Der Pariser ‚Salon du Dessin’ ist für ihn die seit Jahren die wichtigste Messe. Erst kürzlich brillierte er dort mit einer kleinen Sonderausstellung. Zu sehen waren 14 exquisite Arbeiten von Adolph Menzel. Das Preisspektrum bewegte sich zwischen 15.000 und 85.000 Euro. Die Werke, das war voraussehbar, fanden schnell ihre neuen Besitzer. Seine Kunden sind, neben einer Reihe norddeutscher Sammler, vor allem international. Sie schätzen seine ausgeprägte Kennerschaft, den Spürsinn und seine wissenschaftliche Präzision, die sich auch in den Katalogen widerspiegelt.

„Handzeichnungen sind populärer geworden und der Kreis der Kenner wird immer größer“, stellt er resümierend und erfreut fest. „Das hat auch mit der herausragenden Arbeit vieler Museen zu tun. Nachdem es zum Beispiel in den 1970er-Jahren die Maßstäbe setzende Ausstellungsreihe „Kunst um 1800“ in der Hamburger Kunsthalle gab, ist die deutsche Zeichenkunst des 19. Jahrhunderts auch international gefragt.“

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Forscherglück auf dem Dachboden

Seite 2:

Melancholische Architekturfotografie

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