Masterpiece
Antiken neben Kampfflieger

Nie hat die Luxusmesse "Masterpiece" ihr Publikum so sehr zur Sinnenlust, Kennerschaft und Geschmacksfortbildung herausgefordert wie dieses Jahr. Das Angebot ist vielfältig - und äußerst lehrreich.

LondonSo etwas kann es nur auf einer Kunstmesse in London geben: Die hautnahe Begegnung eines "Spitfire"-Kampffliegers und eines griechischen Philosophen. Der flugbereite, weltkriegserprobte Prototyp MT818 steht im Zentrum der Londoner "Masterpiece"-Messe am Weg von Harry's Champagnerbar zum La-Caprice-Restaurant und sollte bei der Versteigerung zum Höhepunkt der "Masterpiece Midsummer Party" 8 Millionen Pfund kosten. Der Marmorkopf des verinnerlichten Denkers aus dem 3. Jahrhundert vor Christus steht direkt daneben am Stand von Jean-David Cahn und kostet 680.000 Schweizer Franken. Wäre die Nase nicht restauriert, wäre er noch teurer.

Dem Schweizer Cahn macht diese geschmackliche Konfrontation nicht das Geringste aus. Er war schon im letzten Jahr bei der neuen Londoner Luxusmesse dabei und singt ihr Lob in höchsten Tönen. "Nur die Engländer können das", deutet er auf eine schockrote riesige Blumenvase. Die Messe sei mit Maastricht nicht zu vergleichen, ganz anders im Anspruch und in der Mischung, aber jung, locker und zeitnah. Maastricht ziele auf museale Kunstpräsentation. Die Masterpiece biete das Ambiente "für einen entspannten Einkaufsbummel auf allerhöchstem Niveau".

Nie war man in London so von Luxus, Moden und schöner Kunst verwöhnt, nie so zur Sinnenlust, Kennerschaft und Geschmacksfortbildung herausgefordert. "Masterpiece" mit 169 Ständen ist nur der Auftakt (bis 5. Juli). Am Wochenende beginnen die Galerieausstellungen der Altmeister- und der Zeichnungshändler, die "Masterpaintings Week" und die seit über zehn Jahren fest etablierte "Masterdrawings Week" (jeweils bis 8. Juli). Dann kommen die Altmeisterauktionen.

Zu lernen gibt es viel . Das Angebot reicht von "Lifestyle-Vorträgen" einer "Meisterklasse" im Verkosten von altem Jahrgangs-Cognac (bei der Handlung Louis XIII.) bis hin zu Vorträgen über Miniaturmalerei und alte Waffen. Bei Lowell Libson, wo englische Aquarellmalerei des 18. Jahrhunderts aus der schottischen Nationalgalerie zu sehen ist, hält der stellvertretende Museumsdirektor einen Vortrag. Als die Messe 2010 die Nachfolge der Grosvenor Antiques Fair antrat, waren viele skeptisch, aber das Konzept überzeugte auf Anhieb.

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Antiken neben Kampfflieger

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Amsterdam-Ansicht von Berckheyde

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