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Mehrheit der Deutschen gegen Orientierung an religiösen Werten

Über die Hälfte der Menschen in Deutschland lehnen eine stärkere Orientierung an religiösen Werten ab, und eine noch größere Mehrheit kann keine Rückbesinnung auf diese Werte erkennen. Das ergab eine Umfrage des Münchner polis-Instituts.

dpa HAMBURG. Über die Hälfte der Menschen in Deutschland lehnen eine stärkere Orientierung an religiösen Werten ab, und eine noch größere Mehrheit kann keine Rückbesinnung auf diese Werte erkennen. Das ergab eine Umfrage des Münchner polis-Instituts.

Daran hat offenbar auch die Wahl eines deutschen Papstes und der bevorstehende Besuch von Benedikt XVI. beim Weltjugendtag in Köln nichts verändert. Nur gut ein Drittel der deutschen Katholiken macht derzeit eine stärkere Orientierung an religiösen Werten aus als in den vergangen Jahren. Allerdings würden die meisten Katholiken eine solche Veränderung befürworten.

Immerhin jeder Dritte in Deutschland stimmt der These zu, dass sich die Gesellschaft stärker an religiösen Werten orientiert als in der jüngsten Vergangenheit. 62 Prozent können eine derartige Wandlung nicht nachvollziehen. Während 41 Prozent der Frauen eine stärkere Orientierung an religiösen Werten wahrnimmt, trifft dies nur auf 25 Prozent der Männer zu. Eine Renaissance des Einflusses von Religion auf den Alltag wird zudem vergleichsweise häufig von Befragten über 55 Jahre (42 Prozent) und von Hauptschulabsolventen (43 Prozent) empfunden, weniger von Jüngeren und Befragten mit höheren Schulabschlüssen. Einen stärkeren religiösen Einfluss verspüren 37 Prozent der Katholiken, 35 Prozent der Protestanten und 23 Prozent der Konfessionslosen. Von der Minderheit, die anderen Religionen angehören, konstatieren sogar 55 Prozent einen Trend zum Religiösen.

55 Prozent aller Befragten lehnen persönlich eine stärkere Orientierung an religiösen Werten ab, 43 Prozent befürworten dies hingegen. Immerhin fast die Hälfte der Westdeutschen (46 Prozent), aber nur 30 Prozent der Ostdeutschen befürworten einen stärkeren Einfluss der Religion. Während sich 70 Prozent der unter 34-Jährigen gegen einen größeren Einfluss von Religion aussprechen, sind 56 Prozent der über 55-Jährigen dafür. Von den zwischen dem 1. und 3. August 1 007 deutschsprachigen Befragten waren vor allem diejenigen mit einfachen Schulabschlüssen überdurchschnittlich häufig (zu 54 Prozent) für eine stärkere Orientierung an religiösen Leitbildern. Während die Mehrheit der Protestanten und Konfessionslosen eine stärkeren Orientierung an religiösen Werten ablehnt, sind die meisten Katholiken und die Angehörigen anderer Konfessionen dafür.

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