Mel Brooks wird 85 Jahre
Das kleine Humorgenie und sein großes Thema Hitler

Mit dem schrägen Film und Musical „The Producers“ ist Mel Brooks als jüdischer Experte für Hitler-Witze in die Entertainment-Geschichte eingegangen. Das Allroundgenie feiert jetzt seinen 85. Geburtstag.
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Los Angeles/New YorkMel Brooks ist ein Alleskönner, seine vielen Trophäen sind der Beweis. Über vier Jahrzehnte hinweg hat er Oscars, Tonys, Emmys und Grammys gewonnen. Mit bissigem Humor zieht der Comedy-König über andere her und lacht dabei auch über sich selbst. Brooks, der am Dienstag 85 Jahre alt wird, sagte einmal: „Ich bin fast ein Genie. Besser gesagt, ich bin ein kleines Genie - ich wäre lieber groß und normal, als ein kleines Genie.“ Mit einer Körpergröße von 1,65 Metern zählt er dennoch zu den ganz Großen.

Mit „Mel Brooks' Dracula - Tot aber glücklich“ nahm der Regisseur 1995 das Vampir-Genre aufs Korn. Leslie Nielsen spielte den Blödel-Dracula, Brooks selbst mimte den Vampir-Feind Van Helsing. Mit dem Klamaukstreifen „Robin Hood - Helden in Strumpfhosen“ parodierte er 1993 Kevin Costners Heldenepos „Robin Hood - König der Diebe“. „Spaceballs“ (1987) war ein witziger Angriff auf das Science-Fiction- Genre. Mit „Is' was Sheriff?“ und „Frankenstein Junior“ verulkte er in den 1970er Jahren Western und Horrorfilme.

Als Melvin Kaminsky wurde er in Brooklyn, New York, als Sohn jüdischer Einwanderer geboren. Sein Vater stammte aus Danzig, seine Mutter aus Kiew. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Brooks als junger Soldat in einem Spezialkommando zur Entfernung von Minen eingesetzt. Nach dem Krieg schlug er sich als Schlagzeuger und Komiker durch und wurde schließlich als Witze-Schreiber für Fernsehserien zusammen mit Woody Allen angeheuert.

Seinen ersten Oscar gewann er 1964 mit dem Kurz-Trickfilm „The Critic“, den zweiten steckte er vier Jahre später für das Drehbuch zur Filmkomödie „The Producers“ („Frühling für Hitler“) ein. Für sein schrilles Regiedebüt holte er damals Gene Wilder und Zero Mostel vor die Kamera. Absurder konnte die Story kaum sein: Die beiden jüdischen Broadway-Produzenten Max Bialystock und Leo Bloom wollen in den 1950er Jahren einen garantierten Musical-Flop auf die Bühne bringen, um ihre Geldgeber um die Investitionen zu prellen und sich in die Sonne abzusetzen. Auf der Suche nach der denkbar schlechtesten Vorlage stoßen sie auf das Stück „Frühling für Hitler“, um einen schwulen Hitler. Entgegen allen Erwartungen wird die Produktion als geniale Satire gefeiert und ein riesiger Erfolg.

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Sensationelle Hitler-Parodie am Broadway

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